Read . wenn es Zeit ist by Florian Tietgen Online

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F r Henrik gibt es viele Gr nde, sich vor der Welt und dem Leben zu verstecken Da ist sein Hang, zuzuschlagen, wie sein Vater es bei ihm getan hat Da ist seine beste Freundin Michi, die behauptet, er k nne mit seinem Atem Knochenbr che heilen und da ist eine Zeitung, der zufolge er ein totes Kind zum Leben erweckt haben soll Da ist Jan, den er am liebsten k ssen w rde Und da sind die Farben, die wie Nieselregen die Menschen umgeben, die aber au er ihm niemand sieht Haben die mit dem K stchen zu tun, das ihm seine Gro mutter vor ihrem Tod mit den Worten in die Hand gab, er solle es beh ten Und erst ffnen, wenn es Zeit ist ...

Title : . wenn es Zeit ist
Author :
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ISBN : 1491285524
ISBN13 : 978-1491285527
Format Type : PDF
Language : Deutsch
Publisher : CreateSpace Independent Publishing Platform 6 August 2013
Number of Pages : 216 Seiten
File Size : 599 KB
Status : Available For Download
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. wenn es Zeit ist Reviews

  • Stöpsel, Bibliomanin
    2019-04-06 12:29

    Es ist 1976. Henrik ist zu diesem Zeitpunkt 16 Jahre alt, von ihm handelt diese Geschichte. Kapitelweise reist man immer wieder in die Vergangenheit, mal nur ein paar Jahre zurück, mal auch bis zu dem Zeitpunkt, an dem sich Henriks Eltern kennenlernen. Eine Zeit, in der ein uneheliches Kind oder gar Homosexualität nicht tragbar war, sich jeder Betroffene schämen und verstecken musste.Henriks Kindheit verläuft alles andere als rosig,er erfährt Gewalt am eigenen Leib und auch er selbst verliert oftmals die Beherrschung. Zu seiner Verwirrung treten jedoch auch andere Seiten an ihm zutage, er sieht Farben an den Menschen um ihn herum, sein Atem heilt Krankheiten und Brüche. Er zweifelt an seinem Verstand, an seinen Fähigkeiten und zusätzlich an seinen Gefühlen, die er immer stärker für Jan, seinen Freund aus der Schule, empfindet. Warum nicht solche Gefühle bei Michi, seiner Vertrauten und besten Freundin? Sie steht ihm in jeder Situation bei, hilft ihm, sich zurechtzufinden in seinem Lebens-Chaos.Und dann ist da noch jenes Kästchen, welches zu einem bestimmten Zeitpunkt von Henrik geöffnet werden soll, so versprach er es seiner Oma kurz vor ihrem Tod. Öffnet Henrik es...wenn es Zeit ist? Das werde ich hier nicht verraten...Sehr empathisch schildert Florian Tietgen die Situationen, mit denen Henrik konfrontiert wird. Seine Zweifel, die Ängste, auch die vor seinem Vater, die Sehnsucht nach seiner geliebten Oma, deren merkwürdiges Erbe er wohl antritt, all dies wird sehr intensiv und gefühlvoll beschrieben. Zeitgleich auch immer wieder ein schöner Rückblick in die 70er Jahre, wunderbar geschrieben, sehr bildlich, athmosphärisch.Und ein riesengroßes Dankeschön für eine ganz persönliche Erinnerung: Plasticant-Bausteine! Ich habe sie heiß und innig geliebt.

  • Silberstreif1111
    2019-03-29 07:19

    „… wenn es Zeit ist …“ entwickelt vor den Augen des Lesers ein berührendes Porträt aus den 1960er und 1970er Jahren. Damals anders gewesen zu sein, war offensichtlich nicht einfach, und Florian Tietgen lässt seine Leser genau daran teilhaben.Henriks Kindheit wird von der Gewalt seines Vaters dominiert, die zu seinem eigenen Entsetzen auch auf ihn abfärbt: Wenn er in Wut gerät, verliert er jegliche Kontrolle und schlägt sein Gegenüber krankenhausreif. Andererseits hat er aber diese besondere Gabe seiner Oma, mit seinem Atem heilen zu können. Schon das zerreißt ihn fast. Doch plötzlich fängt er auch noch an, Farben sehen zu können und sich für sein eigenes Geschlecht zu interessieren. Sein Vater muss Recht haben: Es gibt keine andere Erklärung, als dass er pervers ist.Das Buch beginnt mit einer heftigen Gewaltszene, die mich beim ersten Kontakt mit der Geschichte verschreckt hat. Aber andererseits hat Henrik eine Saite in mir zum Klingen gebracht, so dass ich das Buch wieder in die Hand genommen und mich bewusst auf ihn eingelassen habe.Henrik ist ein vielschichtiger Charakter, den der Autor und damit auch der Leser über viele Jahre seiner Kindheit und Jugend begleiten. Ich durfte miterleben, wie ihn seine Gewaltbereitschaft übermannt, wie seine Mutter schließlich von ihrem brutalen und zugleich hilflosen Mann flieht und wie Henrik zunehmend sein Anders Sein entdeckt. Zuerst erschreckt es ihn und er versucht, es zu verdrängen. Doch letztlich setzt er sich mit seinen Gaben auseinander und nimmt sie an. Aber eigentlich hat er ja auch keine andere Wahl, wenn er sich nicht gerade umbringen will.Der Autor hat die Handlung sehr interessant angelegt, nämlich in genau definierten Zeitsprüngen vor oder zurück, die die Geschichte um Henrik Schritt für Schritt aufblättern. Mir hat die Erzählweise gut gefallen. Sie passt zu genau dieser Geschichte, indem sie den Hintergrund immer nur so weit beleuchtet wie nötig.Ganz besonders berührt hat mich eine Stelle, an der ich wusste, dieses Buch ist MEIN Buch: Als Henriks Mutter in einer Blitzaktion ihren Sohn schnappt und ihren Mann verlässt, landen sie fürs Erste in einer komplett leeren Wohnung: „Es mag primitiv gewesen sein, im Garten hatte es wenigstens einen Tisch gegeben, von dem wir essen konnten. In unserem Reich des Friedens aßen wir vom Fußboden, aber es war ein Fest.“ An der Stelle wusste ich, dass es um mehr als einen brutalen Vater samt Sohn geht.Mit einem ähnlichen Tiefgang behandelt der Autor die übersinnlichen Fähigkeiten Henriks und dessen Homosexualität. Genau dafür schätze ich das Buch. Danke für diesen bewegenden Lesegenuss.

  • SOMMERREGEN
    2019-03-23 12:16

    Henrik geboren 1959 mit einer heilenden Gabe, doch geboren in eine Familie, in der Gewalt und Zorn herrscht. Liebe und Trost findet er besonders in den Armen seiner Oma.In Deutschland blüht gerade das Wirtschaftswunder. Jedoch nicht in ihrem Haus. Der Vater schlägt, vertrinkt, verspielt das wenige Geld. Aber nur wenn seine Mutter nicht dabei ist. Vor ihr hat er Respekt. Denn ihre Gabe verbunden mit der strengen Gottesfürchtigkeit ist ihm unheimlich. So wächst Henrik als stiller, jedoch wissbegieriger Junge, der zeitig lernt, all seine aufkeimenden Gefühle tief in sich zu verschließen, heran.Eines Tages begegnet er Jörg. Die Zuneigung scheint gegenseitig zu sein. Doch Henrik weiß, dass er auch zu Gewaltausbrüchen neigt, die er nicht immer beherrschen kann. Auch möchte er Jörg vor seinem jähzornigen Vater schützen, der Jörg bestimmt umbringt, würde der von seinen „perversen“ Gefühlen erfahren.25 Jahre lang begleiten wir Henrik auf der Suche nach Stabilität, dem Zwang entkommen zu können, nicht immer auf äußere Einflüsse reagieren zu müssen. Das Leben wird vom Autor nicht chronologisch erzählt - künstlerische Freiheit - , die aber den Leser ermöglicht noch tiefer in die damals puritanischen Verhältnisse einzutauchen.Er bettet seine zarte Liebesgeschichte, die so viel mehr zu erzählen hat, in jeweilig wesentliche Zeitgeschehnisse ein.In mir selbst bleibt ein Potpourri aus Wehmut, kribbelndem Bauch, Wohlgefühl und Zuversicht zurück. Eben all die Emotionen, die das Leben zu bieten hat.