Read Der Golem by Gustav Meyrink Online

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Das Mondlicht f llt auf das Fu ende meines Bettes und liegt dort wie ein gro er, heller, flacher Stein Wenn der Vollmond in seiner Gestalt zu schrumpfen beginnt und seine linke Seite f ngt an zu verfallen, wie ein Gesicht, das dem Alter entgegengeht, zuerst an einer Wange Falten zeigt und abmagert, dann bem chtigt sich meiner um solche Zeit des Nachts eine tr be, qualvolle Unruhe Ich schlafe nicht und wache nicht, und im Halbtraum vermischt sich in meiner Seele Erlebtes mit Gelesenem und Geh rtem, wie Str me von verschiedener Farbe und Klarheit zusammenflie en Ich hatte ber das Leben des Buddha Gotama gelesen, ehe ich mich niedergelegt, und in tausend Spielarten zog der Satz immer wieder von vorne beginnend durch meinen Sinn Eine Kr he flog zu einem Stein hin, der wie ein St ck Fett aussah, und dachte vielleicht ist hier etwas Wohlschmeckendes Da nun die Kr he dort nichts Wohlschmeckendes fand, flog sie fort Wie die Kr he, die sich dem Stein gen hert, so verlassen wir wir, die Versucher, den Aszeten Gotama, da wir den Gefallen an ihm verloren haben....

Title : Der Golem
Author :
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ISBN : 1530738385
ISBN13 : 978-1530738380
Format Type : Paperback
Language : Deutsch
Publisher : CreateSpace Independent Publishing Platform 26 M rz 2016
Number of Pages : 312 Seiten
File Size : 568 KB
Status : Available For Download
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Der Golem Reviews

  • Esther
    2019-02-23 04:19

    Meister Athanasius Pernath, Gemmenschneider lebt in Prag, in einer Gasse am Eingang zur Judenstadt unter fiesen Trödlern, ehebrecherischen Künstlern, verleumderischen Studenten, lustigen Marionettenspielern, Wachspuppen, Selbstmördern, jungen Prostituierten, befreundeten Malern, Kleingaunern und Landstreichern aber auch unter Kabbalisten und Weisen. Und während er seinem Tun nachgeht und sich von der einen oder anderen kriminellen Geschichte anheizen lässt, kommt ihm immer öfter die Frage in den Sinn, wo er her stamme, wer er war und wo seine Erinnerung geblieben war.Während Prag gegen Ende des Achtzehnten Jahrhunderts brodelt und gart, erlebt Pernath alle Sagen der Überlieferung am eigenen Leib. Er meint dem Golem begegnet zu sein, der alle dreiunddreißig Jahre wieder erscheint - bartlos und mit schrägstehenden Augen, er war ins Zimmer ohne Zugang gelangt und durch Falltüren in unterirdische Gänge des Gettos geraten. Doch seine Gefährten tuschelten nur darüber, dass Pernath wohl im Irrenhaus war und keiner recht wusste, wo er eigentlich herkam.Der Roman ist eine fabelhafte Mischung aus sagenhafter, mystischer Fantasie, aus einer historischen Begegnung mit Prag und seinem Judentum unterhalb des Hradschin, zwischen Buden des Weihnachtsmarkts, einem spannenden Kriminalroman auf Mörderjagd und eine fast kafkaeske Verhaftung unseres zweifelhaften Helden Pernath. Darüber hinaus bietet der Roman jedoch auch viel Anlehnung an Talmud und Kabbala, philosophiert über Leichtigkeit und Leere des Lebens."Aber eins halten Sie fest: wir werden uns wiedersehen. Wenn auch nicht in diesem Leben und nicht wie die Toten in jenem Leben, aber an dem Tag, wo die Zeit zerbricht, - ..."Pos.3617Wahrlich grotesk wird die Geschichte, als "die Ichgestalt" plötzlich aus einem Traum erwacht, dreiunddreißig Jahre nachdem wir Pernath durch sein Traumreich begleitet haben.Der Roman ist ein Puzzle aus Mitteleuropäischer Geschichte, Sage, Philosophie und bemerkenswert schönen, schauerlichen und lebendigen Bildern."Der Mann geht dahin wie ein Schatten." Pos.4103

  • Filmfetterhobbit
    2019-03-06 03:12

    Der Golem, eine Tonfigur, die zum Leben erwacht, wenn man die richtige Schriftrolle in seinen Mund oder Kopf steckt, hat seinen Weg ins Bewusstsein der Popkultur gefunden- so auf Terry Pratchetts Scheibenwelt oder in einem Halloween-Special der Simpsons. Doch mit der titelgebenden Figur hat die Geschichte eigentlich nur am Rande zu tun. Vielmehr geht es um einen Mann, der an Wahnvorstellungen oder Visionen oder lebhaften Träumen oder unterdrückten Erinnerungen, die an die Oberfläche drängen, leidet. Bisweilen nervt die Langatmigkeit und Redundanz der Handlung, doch gleichzeitig entfaltet sie eine gewisse Sogwirkung je weiter die Handlung fortschreitet.

  • D.K.
    2019-03-25 02:01

    Das erhaltene Buch entspricht nicht der Abbildung, es hat einen anderen Einband und eine andere, kleinere Größe, und eine andere Papierart als das mir bekannte Original. Darüber war ich sehr enttäuscht, denn das Flair des Originalbuches und das Atmosphärische fehlt. Ich hab es trotzdem behalten, da es nicht so teuer war, und es immerhin die angegebenen Illustrationen von Hugo Steiner-Prag hat. Die sind grandios. Trotzdem ist das Verkaufsangebot irreführend und damit nicht seriös.

  • callisto
    2019-03-07 01:20

    Prag um 1914. Der anonyme Erzähler träumt von Athanasius Pernath, dessen Hut er in der Kirche versehentlich mit seinem eigenen verwechselt hat.Um 1890 lebt der ca. vierzigjährige Pernath als Gemmenschneider und Restaurator von Antiquitäten im Judenviertel der Stadt. Athanasius Pernath hat psychische Probleme. Er kann sich an seinen Vergangenheit nicht erinnern, hat immer wieder Gedächtnislücken, Krampfanfälle und Wahnvorstellungen, die sich noch verstärken, als ein Unbekannter ihm einen alten Folianten zur Restaurierung bringt, das Buch Ibbur. Pernath vermutet, dass der mysteriöse Auftraggeber, an dessen Gesicht er sich nicht erinnern kann, der Golem gewesen sei, der alle 33 Jahre in Prag umhergehe.Durch dieses Ereignis gerät Pernaths ohnehin bereits angeknackste Psyche noch weiter aus den Fugen. Erschwerend kommt hinzu, dass er in den Rachefeldzug des Medizinstudent Charousek gegen gegen den Trödler Aaron Wassertrum verwickelt wird, in den auch eine alte Bekannte aus Pernaths früherem Leben verwickelt ist, in die er wohl mal verliebt war, woran er sich aber nur schemenhaft erinnert, außerdem ist sie verheiratet und liebt einen anderen, mit dem sie eine Affäre hat. Was Pernath zusammenhält ist seine Liebe, für die ebenfalls etwas verrückte, schöne Jüdin Mirjam, die Tochter des Archivars Hillel, der sein Nachbar ist. Mirjam glaubt an Wunder, will Wunder erleben, erwartet Wunder und ist selber dabei ziemlich wunderlich.Gustav Meyrink dürfte heutzutage vor allem als Übersetzer von Dickens bekannt sein. Weniger bekannt ist, dass Meyrink selber Schriftsteller war um mit "Der Golem" 1913/14 selber einen Bestseller landete. Das Buch erinnert an die albtraumhaften Welten einiger Geschichten Lovecrafts, in denen sich Wahn und Realität mischen, das war damals in der phantastischen Literatur wohl gerade in. Meyrinks Schreibstil ist dabei blumig poetisch "Mit erschreckender Deutlichkeit hörte man plötzlich wie die eisernen Gasstäbe fauchend die flachen herzförmigen Flammen aus ihren Mündern in die Luft bliesen ' ' dann fiel die Musik über das Geräusch her und verschlang es."Die Geschichte ist ein abgedreht, da der Erzähler diese Erlebnisse durch die Augen eines verrückten erlebt und diese auch so wiedergibt. Eine Geschichte wie im Opiumrausch. Die Erlebnisse stehen dabei für sich, werden nicht hinterfragt oder mit Belegen untermauert. Die Geschichte gibt die subjektiven Wahnvorstellungen des Pernath oder den Traum des Erzählers wieder. So gesehen eine klassische, psychodelische Schauergeschichte um 1900. Unterhaltsam, teils ein wenig langatmig, weil über lange Strecken einfach gar nichts passiert, aber ein hübsches Portrait des Prager Ghettos vor seiner Sanierung, in welchem Juden und Christen gemischt und friedlich in sie vereinender Armut mehr schlecht als Recht über die Runden kamen.