Read Der Nahostkonflikt: Geschichte, Positionen, Perspektiven by Muriel Asseburg Online

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Der Konflikt zwischen Israel und den Palstinensern steht seit Jahrzehnten im Fokus der Weltffentlichkeit Die Autoren zeichnen anschaulich seine Geschichte nach und erlutern die unterschiedlichen Sichtweisen der Konfliktparteien Sie beschreiben die wichtigsten Streitpunkte von der Kontrolle ber Jerusalem ber den Zugang zu Wasser bis zum Grenzverlauf und erklren, warum die aktuellen innen und auenpolitischen Konstellationen den Krisenherd nicht zur Ruhe kommen lassen....

Title : Der Nahostkonflikt: Geschichte, Positionen, Perspektiven
Author :
Rating :
ISBN : 3406697763
ISBN13 : 978-3406697760
Format Type : Other Book
Language : Deutsch
Publisher : C.H.Beck Auflage 1 29 August 2016
Number of Pages : 128 Seiten
File Size : 774 KB
Status : Available For Download
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Der Nahostkonflikt: Geschichte, Positionen, Perspektiven Reviews

  • Honeybal Lektor
    2019-04-28 19:19

    Neben Korea und Kaschmir gehört der Nahostkonflikt mit zu den langwierigsten und lösungsresistentesten Konflikten seit dem Zweiten Weltkrieg. Dem vorliegenden Buch gelingt es in hervorragender Art und Weise, die Beschaffenheit des Konfliktes, seine wichtigsten Ereignisse, die meist diametralen Positionen der Konfliktparteien, Chancen und Probleme für eine Friedenslösung sowie auch ganz aktuelle Entwicklungen und Perspektiven in einen fundierten, kompakten und gut lesbaren Gesamtüberblick zusammenzufassen.Das Buch steigt mit einem (zeit-)geschichtlichen Exkurs ein und schildert dabei kurz die beginnende Migration von Juden ab dem 19. Jahrhundert im Rahmen der zionistischen Bewegung, thematisiert das britische Mandatsgebiet Palästina und dann vor allem auch die regelmäßig wiederkehrenden kriegerischen Auseinandersetzungen ab der Staatsgründung Israels nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum jetzigen Zeitpunkt.Das Buch umfasst somit alle wichtigen Ereignisse vom Staatsgründungskrieg bis zu den Auseinandersetzungen zwischen der israelischen Armee und der Hamas in jüngster Geschichte, aber beispielsweise auch den Friedesnprozess der 1990er und frühen 2000er Jahre und dessen bedauerliches Scheitern.Interessant ist auch das folgende Kapitel in dem die Konflikte Israels mit seinen Nachbarstaaten (Syrien, Jordanien und Libanon) und die jeweiligen politischen Verhandlungspositionen thematisiert werden. Hauptthema ist hier dennoch natürlich der israelisch-palästinensische Konflikt mit den Hauptstreitpunkten Zweistaatenregelung, Besatzung, Jerusalem, Rückkehrrecht für Flüchtlinge, Wasser und mögliche Entschädigungen. Hier wird der Konflikt in seiner ganzen Vielschichtigkeit und mit seinen territorialen, ethnisch-nationalistischen und relgiösen Komponenten sehr gut sichtbar und anschaulich dargestellt.Im Anschluss wird auf die Folgen des so genannten „Arabischen Frühlings“ eingegangen und hier kann man den Autoren nur zustimmen, dass weder der syrische Bürgerkrieg, noch die Situation in Ägypten oder der eskalierende Machtkampf zwischen dem Iran und Saudi-Arabien eine Lösung für den Nahostkonflit wahrscheinlicher haben werden lassen – ganz im Gegenteil.Auch wenn die Perspektiven und die Wahrscheinlichkeit für eine baldige friedliche Konfliktbeilegung nicht sehr hoch einzuschätzen sind, ist das abschließende Kapitel mit Handlungsoptionen und Lösungsvorschlägen, die über die vorwiegend propagierte Zweistaatenlösung hinausgehen, sehr lesenswert, denn es sind hier durchaus schlüssige und interessante Ansätze dabei. Leider wird die Lösung bis auf weiteres an der zunehmenden Radikalisierung und der politischen Engstirnigkeit auf beiden Seiten wohl scheitern.In jedem Fall ist es den Autoren gelungen, alles Wesentliche und Relevante zu einem komplexen und vielschichtigen Konfliktszenario in kompakter und gut lesebarer Form in ein Buch zu packen und das ist ein echtes Qualitätsmerkmal.Von meiner Seite deshalb 5 Sterne und Leseempfehlung.

  • Besim Karadeniz
    2019-04-25 19:12

    Den Autoren ist ein gut lesbares und fundiertes Buch über die Geschichte und Auswirkungen des Nahostkonflikts gelungen, frei von Vorurteilen und ergänzt mit populären Lösungsvorschlägen.

  • Benedictu
    2019-04-25 14:23

    In der Berichterstattung über den Nahostkonflikt folgen die deutschen Leitmedien manchmal sogar übereifrig der deutschen Staatsräson, die in dieser Sache zwei Komponenten aufweist: 1. die Beziehung zum Staat Israel als enger Verbündeter und Teil der westlichen Welt und 2. das Bewußtsein der deutschen Hauptverantwortlichkeit für den Holokaust. Für die Berichterstattung im Nahostkonflikt hat das zur Folge, daß deutsche Zeitungsleser kaum auf verläßliche und von Selbstzensur freie Informationen zurückgreifen können. Dieses Büchlein ist begrüßenswert, denn es vermag die Wissenslücken des deutschen Publikums zu schließen.LEBENSELEMENTDie Autoren informieren auch darüber, wie es um die Verteilung des Wassers in der Region bestellt ist. Israel decke seinen Wasserbedarf zu einem großen Teil aus Vorkommen, die außerhalb seines Territoriums liegen oder entspringen. Die Hauptquellen liegen dabei in den besetzten palästinensischen Gebieten, im Libanon und auf dem Golan. Israel leite Jordanwasser aus dem See Genezareth ins südliche Israel und entnehme Wasser aus dem Jordan für die lokale Landwirtschaft. Damit decke es weit über ein Drittel seines Gesamtwasserverbrauchs aus dem Jordan, der infolgedessen flußabwärts nur noch ein dünnes Rinnsal sei. Zudem nutze Israel und die israelischen Siedlungen den größten Teil des Grundwasservorkommens der palästinensischen Gebiete. Der israelische Verbrauch (Trinkwasser plus industrieller und landwirtschaftlicher Verbrauch) liege pro Kopf und Tag mit rund 780 Litern fast fünfmal so hoch wie der palästinensische mit rund 160 Litern (Angabe für das Westjordanland). Die palästinensische Bevölkerung habe mit rund 76 Litern im Westjordanland und 90 Litern im Gaza-Streifen (Angaben des palästinensischen Statistikamtes von 2013) einen deutlich niedrigeren Trinkwasserverbrauch als die von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlene Menge von 100 Litern Trinkwasser pro Tag.EIN STAAT, ZWEI STAATEN ODER BINATIONAL?Asseburg und Busse erläutern, daß als Gegenmodell zur heutigen Realität eines Staates unter israelischer Kontrolle, also einer jüdisch dominierten Einstaatenregelung, zunehmend auch Alternativen zur Zweistaatenregelung erörtert werden. Der 2003 verstorbene bekannte palästinensische Literaturtheoretiker Edward Said habe sich bereits 1999 für einen binationalen palästinensisch-israelischen Staat als Alternative zum Oslo-Friedensprozeß, den er als gescheitert ansah, ausgesprochen. Seiner Ansicht nach gebe es so viele wechselseitige Abhängigkeiten zwischen beiden Seiten, daß eine Trennung praktisch unmöglich sei, andererseits hielt er die Umsetzung der nationalen palästinensischen Selbstbestimmung in einem eigenen Staat für unrealistisch. Statt dessen sah er in gleichen Bürgerrechten für Israelis und Palästinenser die Grundlage für ein funktionierendes Zusammenleben in einem Staat.Der palästinensische Philosoph, ehemalige PLO-Vertreter in Ost-Jerusalem und langjährige Präsident der dortigen Al-Quds Universität Sari Nusseibeh, der lange die Zweistaatenregelung lange Zeit unterstützt hatte, sprach sich bewußt provokativ für die israelische Annexion der besetzten Gebiete aus: "Palästinenser wären dann zunächst Bürger zweiter Klasse mit Bürgerrechten, aber ohne politische Rechte. Als Folge wäre dieser Staat zunächst jüdisch, aber das Land wäre binational. Das Streben nach vollen Bürgerrechten in dieser Einstaatenkonstellation würde die Lebenssituation der Palästinenser im Vergleich zur Besatzung deutlich verbessern".FAZITDen Autoren ist es gelungen, den Nahostkonflikt mit seinen wesentlichen Problemfeldern in kompakter und auch ausgewogener Form darzustellen.Zum Schluß plädieren sie unter derm Eindruck der israelischen Dominanz für eine verstärkte internationale Einmischung und Vermittlung, die die Sorgen und Interessen beider Seiten aufnimmt. Dies sei von zentraler Bedeutung, um Fortschritte zu erzielen, da der OsIo-Friedensprozeß nicht zuletzt daran gescheitert sei, daß eine solche aktive Einmischung fehlte. In diesem Sinne müßte die internationale Gemeinschaft Eckpunkte vorgeben, innerhalb derer sich die Konfliktparteien zu einigen haben, sowie konkrete Sicherheitsgarantien und Beiträge zur Regelung des Flüchtlingsproblems anbieten.

  • Helios
    2019-05-09 17:03

    Hier nun präsentieren die Autoren den Israel-Palästina-Konflikt, bzw. den Nahostkonflikt, der in unserer heutigen Welt eine wichtige Rolle spielt und regelmäßig in den Nachrichten gezeigt wird. Jedoch wird hier nicht versucht zu erklären, wer Recht hat, denn das ist unmöglich, sondern die Perspektiven der beiden Seiten werden ausführlich erläutert und es wird beschrieben, warum die Sache so verfahren ist.Man merkt jedoch, dass hier zwei Autoren am Werk sind. Sie haben ganz offensichtlich nicht zusammengearbeitet, sondern die Kapitel untereinander aufgeteilt. Aufgrund des Stils würde ich sagen, dass ein Autor Kapitel I und III verfasst hat, der andere Kapitel II, IV und V. Und das ist deshalb wichtig zu erwähnen, da Kapitel I und III sehr kompliziert, verwirrend und zäh geschrieben sind, während sich die anderen drei sehr gut lesen und verständlich sind. Tatsächlich kann man Kapitel I „Einführung“ auslassen, da es in Kapitel II „Stationen des Nahostkonflikts“ noch einmal und besser aufgearbeitet wird.Ich finde dieses Buch sehr wichtig, um die Situation zu verstehen und um mit fundiertem Wissen dabei mitsprechen zu können. Meistens kursiert ja nur sehr viel Halbwissen, was immer wieder zu absurden Diskussionen führt.Fazit: Sehr zu [email protected]