Read Immer nach Hause: Roman by Thomas Lang Online

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Hermann Hesse ist Ende zwanzig und bereits f r sein Fr hwerk ber hmt, als er sich mit seiner Frau Mia Bernoulli in ein abgelegenes Dorf am Bodensee zur ckzieht Hier lassen sie sich ein Haus im Reformstil bauen, versuchen sich als Selbstversorger, gr nden eine Familie Doch Hesse ist unzufrieden Literarisch will ihm kaum noch etwas gelingen, er sieht sich in einer Schaffenskrise Thomas Lang erz hlt von einer problematischen wie faszinierenden Lebensphase des Schriftstellers, der sp ter mit dem Literaturnobelpreis zu Weltruhm gelangte und zum Liebling ganzer Lesergenerationen avancierte....

Title : Immer nach Hause: Roman
Author :
Rating :
ISBN : 9783492312240
ISBN13 : 978-3492312240
Format Type : E-Book
Language : Deutsch
Publisher : Piper Taschenbuch 1 Dezember 2017
Number of Pages : 384 Seiten
File Size : 977 KB
Status : Available For Download
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Immer nach Hause: Roman Reviews

  • Mafölino
    2019-05-16 14:31

    Der Essayist, Journalist und Schriftsteller Thomas Lang, Jahrgang 1967, erhielt für seinen im Jahre 2002 erschienen Roman „Than“ zahlreiche Literaturpreise. Ein Auszug aus seinem Roman „Am Seil“ brachte ihm 2005 den höchst renommierten Ingeborg-Bachmann-Preis ein. Der Autor ist Weltenbummler, als Stipendiat pendelte er zwischen Kanada, Italien, USA und der Schweiz hin und her. „Immer nach Hause“ ist sein neuer Roman. Im Zentrum der Handlung steht der Literaturnobelpreisträger Hermann Hesse (1877 – 1962). Thomas Lang behandelt in seinem literarischen Text die Zeit im Leben von Hesse zwischen 1907 und 1918. Hesse ist zu dieser Zeit mit der Fotografin Maria Bernoulli verheiratet. Aus der Ehe gehen drei Kinder hervor. Obwohl sich seine Bücher blendend verkaufen, ist der nervöse Autor von Selbstzweifeln zerfressen. Eine große innere Unruhe treibt ihn um. Auch ein Aufenthalt in einem Reformkurort schafft keine Linderung. Seine Frau ist mit ihm überfordert und zumeist kränklich. In der Ehe kriselt es kräftig. Glück sieht anders auch. Der Roman von Thomas Lang, obschon mit viel Liebe zum Detail geschrieben und glänzend recherchiert, ersetzt eine Biografie über Hermann Hesse freilich nicht. Aber die Lektüre von „Immer nach Hause“ lohnt, das unbedingt. Der Autor hat einen überaus erhellenden, sehr unterhaltsamen und intelligenten Roman geschrieben. Ein Happy-Ende erwartet die Leser nicht. Hermann Hesse, seine Ehe mit Maria Bernoulli wurde 1923 geschieden, hatte daran wohl selbst wenig Interesse. Der Schriftsteller blieb am liebsten immer für sich allein, stets nur mit eigenen Dingen beschäftigt.

  • bücherfreundinimnorden
    2019-05-24 20:19

    Ob der große Dichter hier richtig getroffen wurde oder eher nicht, zugegeben, eine berechtigte Frage - aber beschäftigt hat sie mich beim Lesen eher nicht. Es ist halt Fiktion und wenn man sich drauf einlässt, wird man bei Thomas Lang gut unterhalten - bei mir jedenfalls war das der Fall, obwohl die Geschichte anfänglich etwas an Tempo vermissen ließ. Nichtsdestotrotz nahm mich der Text mehr und mehr gefangen, denn Lang spart nicht mit Zeitkolourit und Kuriositäten. Da ich bisher kein Hesse-Fan war, hat das Buch mich durchaus bereichert-und den Impuls gegeben, mich mit dem Autor Hesse zu beschäftigen. Auch ein Gewinn, oder?

  • M. Lehmann-Pape
    2019-05-15 13:16

    „Immer nach Hause“ ist sicherlich eine Art Lebensüberschrift, wendet man sich Person und Werk Hermann Hesses zu.Tastend, auf der Suche, oft unzufrieden mit sich, dem Leben, dem Werk der eigenen Hände (bei dem das Manuskript eines Romans nur deswegen der Verbrennung entgeht, weil Hesse vergessen hat, Streichhölzer auf seine Bootstour mitzunehmen). Auf der anderen Seite aber auch eine echte „Diva“ in seinem Verhalten, in seiner ständigen „Aufmerksamkeit für sich selbst“ und dabei durchaus auch ausgeprägter Egozentrik.Eigenschaft, die Lang wunderbar trifft und darzustellen versteht. In dem er den Leser sehr grundlegend mit in das innere Problem Hesses zumindest der Zeit seiner ersten Ehe mitnimmt.Das nämlich jenes „zu Hause“ für Hesse, scheint es, immer genau da ist, wo er gerade nicht ist.Findet er einerseits das Leben im Dorf am Bodensee als Ehemann und Vater stetig unerträglicher, schwankt zwischen erotischem Begehren „seiner Mia“ und dem drängenden Wunsch, zu Reisen, weg zu kommen, dem Ganzen zu entfliehen, findet man ihn kurz darauf mit seinem nervösen Magen in der Kur in Locarno vor, ebenso unzufrieden, unruhig, mit Anflügen von Heimweh und weiterem Fernweh.Das dabei seine Frau, die selbst, für ihre Zeit, eine „gestanden Person“ mit künstlerischem Anspruch (und Können) ist, immer mehr (zu Unrecht) ins innere Hintertreffen gerät, dass das Dienstmädchen nur mehr wagt „auf Zehenspitzen“ zu gehen und das sich der Dichter und Schriftsteller ständig und ausschließlich nur um seine (gern jäh wechselnden) gerade vorliegenden, eigenen, inneren Befindlichkeiten dreht, das arbeitet Lang sehr präzise heraus und nimmt den Leser emotional eng mit hinein. Bis dahin, dass Hesse teilweise kaum zu ertragen, hoch unsympathisch im Raum steht.Um dann wieder in die doch empfindsame innere Schau des Autors zu wechseln, Gedichte mit einzustreuen, den Schaffensprozess mit nachzuvollziehen, eben auch die gesamten Unsicherheiten, dieses künstlerisch und menschlich noch nicht Gefestigte vor Augen zu führen.Selbst Sprachlich nähert sich Lang seinem Objekt dabei stark an. Die etwas gedrechselte Ausdrucksweise jener Zeit, der Stil Hesses, verbunden mit dem hohen und differenzierten Sprachschatz Langs ergibt durchweg eine in sich stimmige, passende Atmosphäre im Buch, die den Leser mit hineinzieht in die Zeit selbst, die Art des Lebens und Kommunizierens (auf Kuh-Karren und mittels Briefen und Paketen, die lange Beförderungszeiten haben).Ein „nicht mit ihr und nicht ohne sie“ entfaltet sich, in dem Hesse das offene Wort nicht sucht, sondern ständig wie auf der Flucht agiert. In dem Lang sensibel auch auf den Zustand der Ehefrau eingeht, die Reaktion durch sich häufende „Hexenschüsse“, die ebenfalls als unbewusste Flucht, als ein „sich entziehen“ immer deutlicher vor Augen treten.Wie ein Drama baut sich der Sog des Scheiterns auf, lässt den Leser emotional sich beteiligen und das ebenso schwankend wie Hesse selbst zwischen Verständnis und Ablehnung, Anziehung und Abstoßung. Und zeichnet dabei eine innere Entwicklung nach, die für die Werke jener Jahre, aber auch für das Gesamtwerk Hesses von höchster Bedeutung sind.Eine hervorragende Lektüre.

  • Hartmut Biering
    2019-05-26 15:14

    Interessant, wie Hesse eigentlich gar nicht mit 'seinem' Haus in Gaienhofen verbunden werden kann ...Widersprüchlich, wie er in Gaienhofen sich nicht um seinen Sohn kümmerte und später dies - immer aus der Ferne - nachholen wollte (sehr schön auf einer Ausstellung in Zwickau über Hesse als Zeichner) ...Insofern ist es ein interessantes Buch!

  • Meg
    2019-05-06 13:16

    Für Hesse unangemessen meine ich die allzu genaue Beschreibung der Sexualität und der Geschlechtsorgane von Hesse. Ebenso ordinäre Worte, die Hesse niemals gebraucht hätte, jedenfalls nicht in einem seiner Bücher. Aber heutzutage kommt wohl anscheinend kein Buch mehr ohnedem aus.Ansonsten eine gute Beschreibung einer zweispältigen Persönlichkeit, die aber auch auf viele andere zutrifft.

  • Winfried Erb
    2019-05-23 18:09

    Es kann alles so gewesen sein, wie Thomas Lang Hermann Hesse beschreibt - aber es kann alles auch ganz anders gewesen sein. Dieser Roman ist sehr spekulativ und zeichnet ein Bild von Hermann Hesse, das in krassem Widerspruch steht zu allen bisher bekannten Biografie-Daten. Dem Liebesleben von Hermann Hesse widmet sich der Autor sehr detaillert und man fragt sich schon, woher er diese "Intimkenntnisse" hat. Wer etwas fundierter Hermann Hesse kennen lernen will, verzichtet auf den Roman und schafft sich besser eine Biografie an.Ich denke, aus den Werken Hesses lassen sich fundiertere Erkenntnisse über den Dichter gewinnen.