Read Mann ist Mann: Die Verwandlung des Packers Galy Gay in den Militärbaracken von Kilkoa im Jahre neunzehnhundertfünfundzwanzig. Lustspiel (edition suhrkamp) by Bertolt Brecht Online

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Der Packer Galy Gay in Kilkoa geht aus, einen Fisch zu kaufen, und ger t unter die Soldaten einer englischen Maschinengewehr abteilung, die ihren vierten Mann beim Einbruch in eine Pagode verloren haben Sie verwandeln ihn, damit nichts bemerkt wird, in diesen vierten Mann Galy Gay wird Jeraiah Jip Erst nennt er sich so, zuletzt ist er es Wer am Morgen als beschauliches Individuum auszog, marschiert am Abend als Nummer unter Tausenden, als Kollektivbegriff, als Soldat nach Tibet Mann ist Mann Damit es so weit kommt, wird er wie eine Maschine, wie ein Auto abmontiert und neu aufmontiert Diese Montage findet in sechs Nummern statt Drau en bricht die Armee auf Die Zeit dr ngt Drinnen in der Kantine bauen die Soldaten einen lebendigen Mann um Herbert Ihering...

Title : Mann ist Mann: Die Verwandlung des Packers Galy Gay in den Militärbaracken von Kilkoa im Jahre neunzehnhundertfünfundzwanzig. Lustspiel (edition suhrkamp)
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ISBN : 9783518102596
ISBN13 : 978-3518102596
Format Type : EPub
Language : Deutsch
Publisher : Suhrkamp Verlag Auflage 22 4 Mai 1968
Number of Pages : 112 Seiten
File Size : 674 KB
Status : Available For Download
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Mann ist Mann: Die Verwandlung des Packers Galy Gay in den Militärbaracken von Kilkoa im Jahre neunzehnhundertfünfundzwanzig. Lustspiel (edition suhrkamp) Reviews

  • S. R.
    2019-05-03 00:46

    In der indischen Stadt Kilkoa bereitet sich 1925 ein Regiment der britischen Armee auf einen Krieg vor. "Es ist bis jetzt noch nicht mitgeteilt worden, welches Land wir mit Krieg überziehen werden." (S. 70) Das Lustspiel 'Mann ist Mann' ist konsistent zu Bertolt Brechts ablehnender Position zu Militär, Soldatentum und Krieg. Die im Werk unwidersprochenen Aussagen von Zivilisten, "[..] Soldaten, die die schlimmsten Menschen auf der Welt sind" (S. 14) oder "Da er ein Soldat ist, kann er keinen Verstand haben." (S. 28), legen diese Auslegung grundsätzlich nahe. Dies ist jedoch kein Pazifisten-Pamphelt!Vielleicht untypisch für Brecht fehlt es 'Mann ist Mann' gänzlich an einer positiven menschlichen Schablone. "Das Gemeinste, was lebt, und das Schwächste ist der Mensch." (S. 71) So liest sich dieses Lustspiel für mich wie eine resignative Charakterstudie mit Verallgemeinerungsanspruch.Die vier britischen Soldaten Uria Shelley, Jesse Mahoney, Polly Baker und Jeraiah Jip zeichnen sich dadurch aus, dass ihnen militärische Generaltugenden wie Kameradschaft, Pflichtentreue und Mut gänzlich abgehen. Schon der einleitend parodierte Raubüberfall auf die Gelbherrnpagode hinterlässt einen verstörenden Eindruck über das Soldatenleben in der britischen Armee.Der Bonze dieser tibetanischen Pagode Herr Wang verkauft dann den gestellten Jeraiah Jip als Gott an die Gläubigen, um die Spendenbeutel zu füllen. "Was mich betrifft, ich war in einem gutgehenden Unternehmen beschäftigt, aber ich habe es verlassen müssen." (S. 80) gesteht der abtrünnige Soldat dann ein.Und nicht zuletzt verlässt der irische Packer Galy Gay seine Frau und seine Heimat, um sich des Essens, des Alkohols und des Wohlergehens willen als eben dieser Jeraiah Jip in den Dienst der britischen Armee zu stellen. "So einer verwandelt sich eigentlich ganz von selber. [..] Das kommt, weil er nichts zu verlieren hat." (S. 37)'Mann ist Mann' zählt für mich zu den resignativsten Sozialstudien Bertolt Brechts. Und so bleibt für mich die Frage, wie würde ich selbst handeln, wäre ich in einer solchen Situation? "Es ist schon ekelhaft, wenn ein Mammut, nur weil man ihm ein paar Flintenläufe unter die Nase hält, sich lieber in eine Laus verwandelt, als daß er sich anständig zu seinen Vätern versammelt." (S. 78)

  • Roger Kircher
    2019-05-09 05:42

    Mann ist MannDas 1924 bis 1926 geschriebene Lustspiel „Mann ist Mann" wäre kein Stück von Brecht, wenn es nicht um ein ernstes Thema ginge: Drei in Indien stationierte Soldaten verlieren bei einem Einbruch ihren vierten Mann und müssen daraufhin mit ernsten Repressalien rechnen, falls dies bei der Truppenführung ans Tageslicht käme. So schmieden sie den Plan, einen fremden Bürger mit Namen Galy Gay, den sie zufällig treffen, zu ihrem fehlenden vierten Mann „umzubauen", das heißt, sie wollen ihn so einer Gehirnwäsche unterziehen, dass dieser schließlich die Rolle eines Soldaten übernimmt und sich vor der Kompanieführung als der fehlende ausgibt. Wie sie ihren Plan ausführen und das daraus noch weit mehr wird, muss man schon selber lesen. Schließlich ist das Stück eher spannend als lustig, obwohl es doch als Lustspiel daherkommt. Allerdings gefällt mir der eigentümliche, spröde Schreibstil Brechts nicht, der allen seinen Stücken anhaftet. Das tut dem Ganzen aber kaum Abbruch.

  • S. Bernard
    2019-05-20 04:21

    Im Suff verlieren die Soldaten eines Maschinengewehr-Trupps einen ihrer Leute. Schnell muss Ersatz her, damit ihr strenger Vorgesetzter nichts merkt. Genau zur richtigen Zeit kommt der einfache Packer Gally Gay daher und die Soldaten versuchen, ihn in die Rolle des verlorenen Kameraden zu pressen, denn »Mann ist Mann«.Bertolt Brecht liefert hier einen bissig-komischen Beitrag zur Identitätsfrage des Mannes. Seiner Kraft und Schwäche, seinem Anpassungs- und Darstellungsbedürfnis.

  • J. Kramer
    2019-05-19 04:29

    Ich habe das Buch nun vorbereitend auf mein Abitur gelesen und bin nicht wirklich fasziniert. Das Buch an sich ist gut und leicht verständlich, doch liegt der Mangel wie ich finde eher am Inhalt.Drei Entwicklungen spielen das zentrale Thema des Buches: 1. Der bedrohliche Seargent Fairchild entwickelt sich zu einem sinnlichen Wrack, schafft jedoch zum Ende hin eine Rückwandlung; 2. Soldat Jeraiah Jip übernimmt die Identität des Protagonisten Galy Gay gezwungenermaßen, da Jip in der Zeit des Lustspiels auf einen Pass angewiesen ist und sich mit Galy Gays Pass abfinden muss; 3. Die wichtigste Entwicklung: Galy Gay, einfacher Packer "der nicht nein sagen kann", wird durch die Soldaten Jesse, Uria und Polly systematisch (auch durch psychische Gewalt) zu ihrem zu dieser Zeit abwesenden Kameranden Jeraiah Jip verwandelt, wobei diese Entwicklung bei Galy Gay in einem Extremum abgeschlossen wird, in dem er sich als furchtloser Anführer und Kriegsheld erweist.Brecht ist wie ich finde ein Fall für sich. Es wird einige geben, die dieses Werk wirklich genießen werden, doch auch einige mit gegenteiliger Meinung. Das Werk ansich eignet sich wie ich finde als Tageslektüre, jedoch nicht als schulische Grundlage für das Abitur. Alleine die Tatsache, dass das Werk nach Veröffentlichung vom Autor selbst nochmals umgeschrieben wurde (Schlussteil) und das beiliegende Stück "Das Elefantenkalb" lassen mit den Mängeln im Inhalt leider keine bessere Bewertung zu.