Read Ali und Nino: Mit einem Nachwort von Nino Haratischwili by Kurban Said Online

ali-und-nino-mit-einem-nachwort-von-nino-haratischwili

In der russischen Stadt Baku, auf der Grenze zwischen Orient und Okzident, verlieben sich am Vorabend der Russischen Revolution der temperamentvolle Muslim Ali und die sch ne Christin Nino ineinander Die Hochzeit r ckt trotz aller Widerst nde in greifbare N he da wird Nino entf hrt Zum ersten Mal seit ber 60 Jahren liegt jetzt die Originalfassung der tragischen Liebesgeschichte vor, die nichts von ihrem Charme und ihrer Brisanz verloren hat Brigitte...

Title : Ali und Nino: Mit einem Nachwort von Nino Haratischwili
Author :
Rating :
ISBN : 3548289045
ISBN13 : 978-3548289045
Format Type : Hardcover
Language : Deutsch
Publisher : Ullstein Taschenbuch Auflage 2 18 November 2016
Number of Pages : 384 Seiten
File Size : 963 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Ali und Nino: Mit einem Nachwort von Nino Haratischwili Reviews

  • Karin
    2018-12-03 11:08

    Der Kaukasus: die einen leben in den alten Traditionen ihrer Ahnen und die anderen Leben die neuen Werte des Westens.In diesem Ort, der nicht Orient und nicht Okzident ist, bringen uns die Autoren die Liebesgeschichte des muslimischen Jungen und des christlichen Mädchens nahe.2 Kinder, die heranwachsen, sich lieben, den Krieg auf verschiedenen Seiten erleben und die nicht bereit sind ihre Liebe den Unterschiedlichkeiten zu opfern.Diese Liebesgeschichte ist heute noch genauso aktuell! Angst vor dem Andersartigen (Kultur und Religion) und der Wille zu verstehen.Wenn man bedenkt wann das Buch geschrieben wurde, beeindruckt es mich noch mehr das keine moralische Keule über mir schwingt, die mir erklärt, was gut und was schlecht ist, sondern einfach eine rührende Liebesgeschichte erzählt wird aus einer Beobachterposition heraus.Dabei hält man nicht mit damaligen Erkenntnissen zurück (als z.B. der Vater dem Sohn erklärt, daß es ihn nicht stört, wenn der Sohn eine Christin heiratet, da die Hochzeit schließlich anzusehen ist als die Besamung des Gartens der Frau durch ihren Ehemann. Wichtig ist nur, daß die Kinder dann Muslime werden.), jedoch sind sie erzählend und nicht wertend eingebettet und spiegeln mit Sicherheit damalige Ansichten der Gesellschaft wieder.Für alle die an vergangener Zeitgeschichte und den Parallelen zu heute interessiert sind, empfehle ich diese schöne Liebesgeschichte.

  • Maria K.
    2018-11-09 15:14

    Ein sehr gutes BuchFür alle azerbaijan kennen können sich in dem Buch wieder finden und alle anderen können dank dieses Buches die Kultur, die Menschen und azerbaijan kennen lernen.Zur Zeit wird ein Film zum Buch gedreht

  • Mies, Erich, Dr.
    2018-11-19 11:52

    wer privat oder beruflich den Südkaukasus kennenlernen will, sollte dieses Buch lesen. Es trägt sehr zum Verständnis zweier ganz unterschiedlicher Kulturen bei. Es weitet den Horizont und provoziert Reflektion auch über die eigene Kultur.

  • Olgita
    2018-11-25 16:03

    Nachdem ich letztes Jahr in Baku (Aserbaidschan) war, hat mir dieses Buch gut gefallen.Bin jetzt schon gespannt auf den Film.

  • kemalerol
    2018-12-01 11:04

    Sehr empfehlenswertHabe dieses Buch über eine Freundin empfohlen bekommen und es mir darauf hin bestellt.Es hat mir sehr gefallen und werde es auch weiter empfehlen.

  • Michael Schulze
    2018-11-22 16:09

    Man sollte aber vorher "Der Orientalist" lesen, dann versteht man vieles besser! Für Freunde und Interessenten des mittleren Ostens Pflichtlektüre

  • œ
    2018-11-10 09:09

    Baku, fünf Jahre vor dem ersten Weltkrieg - ein Lehrer des russischen humanistischen Gymnasiums erzählt seinen vierzig Schülern von der Grenze zwischen Europa und Asien, und dass es unterschiedliche Meinungen zur geographischen Zugehörigkeit von Transkaukasien gibt. "Es hängt also gewissermaßen von eurem Verhalten ab, meine Kinder, ob unsere Stadt zum fortschrittlichen Europa oder zum rückständigen Asien gehören soll." (S. 5 der Bertelsmann Ausgabe von 1973). Ali Khan Schirwanschir, Nachfahre des berühmten Ibrahim Khan Schirwanschir, welcher sein Leben ließ für die Freiheit seines Volkes, ist einer der Schüler. Er bevorzugt Asien. Als er Nino Kipiani, Schülerin am Mädchenlyzeum der heiligen Königen Tamar hiervon berichtet, tadelt sie ihn Ali Khan, "... du bist dumm. Gottlob sind wir in Europa." (S. 7).Fünf Jahre später. Mit Nino, europäisch geprägt mit griechisch-orthodoxen Glauben, verbindet der Mohammedaner, schiitischer Ausrichtung, in der Auslegung des Imam Dschafar, eine herzliche Freundschaft seit er ihr vor Jahren im Mathematikunterricht bei der Lösung von Aufgaben half. Die Familie Kipiani verbringt den Sommer in Schuscha und Ali Khan setzt bei seinem Vater durch, dass er nach der erfolgreichen Abiturprüfung eben dort auch einen Urlaub alleine (!) verbringen darf. Während seines Aufenthaltes in Schuscha beginnt der erste Weltkrieg und Ali Khan muss zurückkehren. Zwei seiner Freunde melden sich übermütig freiwillig, nicht so Ali Khan. Er bevorzugt es, das Leben zu genießen und insbesondere mit Nino Abende in der Oper zu verbringen. Mehr will ich zur Beziehung der beiden nicht schreiben. Wie es weitergeht, die Zeit des gegenseitigen umeinander Werbens, ob sie heiraten, womöglich Kinder bekommen, das möge jeder selber lesen.Das vorliegende Werk ist aber mehr als nur eine wunderschöne Liebesgeschichte zwischen Ali und Nino. Vor allem anderen ist es ein Sittengemälde der damaligen Gesellschaft in Baku. Blutrache: die Kriegserklärung von Kaiser Franz Joseph wird von Ali Khan für gut empfunden, da dieser Rache für den Tod des Thronfolgers nehmen muss (S. 61): "Die Blutrache ist das wichtigste Fundament der staatlichen Ordnung und der guten Sitten, mögen die Europäer noch so dagegen sein. ... Zwischen den Familien herrscht ein von Gott gewolltes und in der Zeugungskraft der Männer begründetes Gleichgewicht." Diese Sätze sind Aussagen des Ali Khan, welcher die Tradition und gesellschaftliche Normen der transkaukasischen Bevölkerung verkörpert. Wie diese Normen aussehen, wird in dem Buch mehrfach erwähnt. Gleich am Anfang auf Seite 18 wird das Rechtswesen beschrieben. Ja, man sollte zum russischen Richter gehen, das tun aber nur wenige, da zum Beispiel Diebe nur ins Gefängnis kommen, wo sie auch noch bestens versorgt werden. Das Volk aber bevorzugt das Gesetz der Scharia: "Auge um Auge, Zahn um Zahn. Nachts huschen manchmal vermummte Gestalten durch die Gassen. Ein Dolch blitzt auf, ein kleiner Schrei, und die Gerechtigkeit ist vollzogen." Ein archaischer Ehrenkodex bestimmt das tägliche Leben. Wen wundert es also, dass auch Ali Khan zur Waffe greift, als Nino entführt wird - obwohl die "Entführung" durchaus im Einverständnis mit dem Mädchen stattfand, wie es später selbst berichtet. Ein Mann - eigentlich ein Freund von Ali Khan - stirbt und Ali Khan muss vor der Blutrache dessen Familie flüchten. Der Vater des Ali Khan aber ist stolz auf seinen Sohn und unterstützt ihn.Das Merkwürdige ist, dass diese Tat des Ali Khan untergeht. Fast ein jeder sieht die Liebesgeschichte, wundervoll geschrieben, traurig und schön zugleich. Wer aber kritisiert die Handlungen des Ali Khan, die doch so gar nicht mit dem heutigen, europäischen Wertesystem übereinstimmen? Dass der Leser Sympathie mit Ali Khan empfindet, ist eine Meisterleistung von Baronin von Ehrenfels sowie Lev Nussimbaum alias Kurban Said, welche uns die Welt des Protagonisten so grandios beschreiben, dass man darin nicht nur eintaucht, sondern sich auch fast vollkommen damit identifizieren kann.Eines sollte noch zum Charakter des Ali Khan gesagt werden: obwohl er seinem Glauben treu ist und die Traditionen lebt, so hat er doch zunächst auch seine Schwächen, trinkt Alkohol - obwohl verboten für Mohammedaner - und genießt die physische Nähe von Nino vor der Hochzeit. Man kann wohl nicht sagen, dass er charakterlich stark ist. Dem Schein nach außen hin vermag er aber sehr wohl zu wahren. Immerhin wächst Ali im Laufe des Buches bis hin zum Ende, er verändert sich, der ausschweifende Abiturient wird zum Mann. Nino hingegen, so scheint es zumindest dem Rezensenten, ist von Anfang an charakterlich reifer, weiser - zumindest in ihren Aussagen, nicht immer in ihrem Verhalten. Auch sie genießt das Leben, genießt es umworbener Mittelpunkt zu sein.Daneben beschreibt Kurban Said die Vergangenheit der kaukasischen Region (z.B. S. 76 f) sowie die Entwicklung nach dem ersten Weltkrieg: Perser, Türken, Engländer, Russen - das Land war umkämpft nicht nur aufgrund seines Ölreichtums. Auch zwischen den Völker Kaukasiens gab es Unstimmigkeiten. Der Leser lernt sehr viel über Geografie, Historie, Gesellschaft und kulturelle Unterschiede. Das Leben im Harem in Teheran, zurück in Baku das europäisch geführte Haus eines Diplomaten, Bräuche, Sitten, ... Ein großartiges Buch. Eine reichhaltige Geschichte, die zudem auch noch leicht zu lesen ist. Keine komplizierten Satzungetüme, ein geradliniger Aufbau.Alles in Allem sehr empfehlenswert! Der Rezensent stimmt zwar nicht mit allen im Buch beschriebenen Traditionen und Handlungen überein, aber einen Punkt abziehen mag er dafür auch nicht, denn die Geschichte ist in sich stimmig. Fünf Punkte, ohne Wenn und Aber!

  • Msomi
    2018-11-12 13:02

    Das Buch ist ein Geschenk. Ich habe es mehrmals gelesen und schon oft verschenkt. Leider war das Buch in der Vergangenheit viel zu oft für längere Zeit vergriffen doch nachdem "Der Orientalist" von Tom Reiss, die Suche nach dem Autor und dessen Biographie kürzlich veröffentlicht worden ist, wird auch Ali und Nino wieder populärer werden.In der Geschichte geht es einerseits um eine wunderschöne Liebesgeschichte, es geht um Religion, Kultur und Toleranz.Baku, wie es im Buch gleich am Anfang heisst, liegt unentschieden an der Grenze zwischen Asien und Europa. Als Ali - noch unentschlossen - von seinen Überlegungen aus der Schule berichtet, sagt Nino nur dazu:"Ali Khan, du bist dumm. Gottlob sind wir in Europa. Wären wir in Asien, so wäre ich schon längst verschleiert und du könntest mich nicht sehen."... Ich gab mich geschlagen. Die geographische Fragwürdigkeit der Stadt Baku rettete mir den Anblick der schönsten Augen der Welt.Es ist schön, romantisch, rührend, traurig, verzweifelnd und doch zugleich hoffnungsvoll. Am Ende des Buches hat man zudem viel über Aserbeidschan, den Iran, das Zarenreich und die Anfänge der Sowjetunion gelernt.Absolut empfehlenswert!