Read Skorpione im eigenen Saft by Juan Bas Online

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Leseprobe Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber Alle Rechte vorbehalten Austernkelch in Gelatine mit Zitronencreme und Camparisorbet Jacobsmuschel in So e von ger uchertem Speck Schweineohr eingelegt in Foie Gras Dekonstruktion von Kartoffeltortilla Stockfischfilet in Oliven l extra vergine Ausgel ster Wachtelschenkel im Bl tterteigbett Tageskarte von Antontxu Astigarrga...

Title : Skorpione im eigenen Saft
Author :
Rating :
ISBN : 3627001184
ISBN13 : 978-3627001186
Format Type : Hardcover
Language : Deutsch
Publisher : Frankfurter Verlagsanstalt Auflage 1 1 September 2004
Number of Pages : 165 Pages
File Size : 990 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Skorpione im eigenen Saft Reviews

  • Alexander Noble
    2019-02-28 22:56

    Ich liebe dieses Buch, weil die Story gut ist.Nach hundert Seiten weiss man allerdings noch nicht annähernd, um was es eigentlich geht. Bis dahin hat man ein schlüpfriges, etwas unausgegorenes Buch über extravagante Küche und Playboyleben im Baskenland gelesen - vom enthaltenen Politthriller ahnt man gar nichts.Dass der Roman (zumindest in Deutschland) - möglicherweise mit Recht - kein Erfolg war (ist), ergibt sich aus folgendem:1. Das Buch ist (zu) eng durchsetzt mit spanisch/baskischen Namen und Ausdrücken, die sich dem unbedarften Mitteleuropäer schwer erschließen. Zahllose Bezüge zur spanisch/baskischen Fress- und Kulturszene, die möglicherweise (ich kann es nicht beurteilen) einen Leckerbissen für Insider daraus machen, kann der normale Leser nur vermuten. Hier bräuchte selbst der Gutwilligste Fußnoten oder die spanische Wikipedia als ständigen Begleiter.2. Der Stil des Autors schwankt zwischen prunkend vorgezeigter Bildungshuberei und ans pubertäre grenzender Gossensprache. Dies ist wohl vertretbar, weil es die Persönlichkeit des Ich-Erzählers charakterisiert, aber ich empfinde es dennoch als anstrengend und unausgereift. Einerseits versucht sich der Autor in einem locker daherkommenden Parlando, andererseits geraten ihm seine Satzkonstruktionen dafür zu oft recht unübersichtlich.3. Obwohl das Buch eine (historisch) hochpolitsche Dimension hat, ja in gewisser Weise ein Thriller ist, bleibt es doch völlig unpolitisch und auch in gewisser Weise unpersönlich (obwohl im Laufe des Buches quasi noch ein zweiter Ich-Erzähler eingeführt wird). Da werden einige Chancen nicht genutzt...Ich liebe dieses Buch dennoch, denn die Story ist wirklich gut. Ein guter Lektor hätte den Autor zu einem wirklich erstklassigen Roman führen können.Nebenbei: Man erhält tolle Anregungen für die extravagante Küche !

  • Regina Karolyi
    2019-03-10 16:40

    Pacho, der Ich-Erzähler in diesem Roman, ist von Beruf Sohn. In dieser Eigenschaft wird er, über vierzig Jahre alt, "arbeitslos", weil sein Vater es satt hat, ihm sein exzessives Glücksspiel und sonstigen Luxus zu finanzieren. Der liebenswerte Taugenichts droht in ein tiefes Loch zu fallen, da lernt er "Asti" kennen, Antontxu Astigarraga, einen Säufer mit einem fast schon pathologischen Hang zu extrem übergewichtigen Frauen und einer gespalten wirkenden Persönlichkeit, der in Bilbao ein winziges Spezialitäten-Restaurant betreibt.Bei ihrem ersten Zusammentreffen hätten sie sich fast geprügelt, doch erstaunlicherweise werden die unterschiedlichen Männer gute Freunde, und Pacho findet Erfüllung bei seiner neuen Arbeit: PR für Asti betreiben.Dann fällt Pacho eine Diskette in die Hände, die sich an ihn richtet und Astis Lebensbeichte enthält. Diese macht den fulminanten Hauptteil des Buches aus und verleiht der ohnehin schon kurzweiligen Handlung eine überraschende und tragische Wendung. Pacho sieht sich gezwungen, eine Katastrophe abzuwenden ...Der Autor nimmt allerlei Strandgut der Gesellschaft unverbrämt, mit pechschwarzem Humor aufs Korn. Derbe Sexszenen bleiben dem Leser ebenso wenig vorenthalten wie Alkohol- und Drogenexzesse; dank der selbstironischen Schilderung des Ich-Erzählers wie auch Astis abgeklärt vorgetragener Lebensbeichte wirken diese "Abenteuer" jedoch nicht abgeschmackt oder billig.Denn das Buch hat mehr Tiefe, als man auf den ersten Blick annehmen möchte. In erster Linie kritisiert es scharf den blinden Terror der ETA. Juan Bas karikiert außerdem den Klerus und manch andere (zumindest im Buch) verlogen auftretende Institution. Die Charaktere werden mit bemerkenswerter Beobachtungsgabe, Humor und oftmals einem Schuss Sympathie skizziert und sind, wiewohl nicht selten satirisch überzeichnet, auf ihre Weise glaubwürdig.Dass in diesem Buch immer wieder ausgefallene Tapas-Kreationen auftauchen, die am Schluss nochmals sämtlich in Form einer Speisekarte zu finden sind, lockert die Handlung auf und verleiht ihr im wahrsten Sinne des Wortes besondere Würze.

  • Pepe4711
    2019-03-21 00:49

    Pacho, ein junger Mann (ca. 35), fett und faul, Feinschmecker und Sohn von Beruf, Comicliebhaber (v.a. Tim und Struppi) und von der Gesellschaft belächelt, trifft beim Versaufen seines letzten Geldes den unangenehmen Kerl Antontxu (Säufer, Schläger und raffinierter Koch mit kranker Leber), der bald sein Leben massgeblich verändert. Zusammen eröffnen sie ein Lokal der gehobenen Klasse (Antontxu kocht, und Pacho ist für die Dekoration zuständig), und bald gehen bei ihnen die Schickimickis ein und aus.Im 2. Teil des Buches liest Pacho einen langen Brief, in dem ihm Antontxu aus seiner Vergangenheit erzählt. Antontxu war ETA-Mitglied und Francos Vorkoster (wie sein Vater), und bei einem missglückten Mordanschlag fällt Antonxtu für Jahre in ein Halbkoma (d.h. er kann sich nicht bewegen, hört aber alles). Er schwört Rache, und nach seinem Erwachen bringt er diverse Menschen um. Von Kopfschüssen und vergifteten Austern ist die Rede, von scheinheiligen Priestern und hinterhältigen Onkeln, von fetten Frauen und einer tödlichen Diät. -- Am Schluss, Pacho fährt im Taxi zum Krankenhaus, tritt er mit Antonxtu die letzte Reise an, und die Geschichte wird wunderbar surrealistisch.Juan Bas schreibt humorig, selbstironisch und packend, und er versteht es, den Leser bis zum Schluss zu fesseln. -- Ein höchst erfreuliches Buch!