Read Die Alternative für Deutschland: Programmatik, Entwicklung und politische Verortung by Alexander Häusler Online

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Im Zentrum dieses Sammelbandes stehen aktuelle Analysen zurPartei Alternative f r Deutschland AfD Soziologen und Parteienforscher untersuchen dieinnen und au enpolitischen, familien und geschlechterpolitischen Positionen der Partei und bilanzieren auch die bisherige sozialwissenschaftliche Forschung zur AfD Auch m gliche Verbindungen zu den rechtspopulistischen PEGIDA Protesten in Dresden und in anderen Orten werden thematisiert....

Title : Die Alternative für Deutschland: Programmatik, Entwicklung und politische Verortung
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ISBN : 9783658106379
ISBN13 : 978-3658106379
Format Type : Other Book
Language : Deutsch
Publisher : Springer VS Auflage 1 Aufl 2016 1 M rz 2016
Number of Pages : 260 Seiten
File Size : 792 KB
Status : Available For Download
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Die Alternative für Deutschland: Programmatik, Entwicklung und politische Verortung Reviews

  • MULLE
    2019-05-01 06:43

    Der Aufstieg und die Wahlerfolge der AFD lassen wissenschaftliche Analysen dieses Phänomens als ganz dringlich erscheinen. Gleich in der Einleitung werden allerdings Probleme und Begrenztheit dieser Mongraphie deutlich. Die Beiträge einer Fachtagung an der Hochschule Düsseldorf am 19.02.2015 sind versammelt, die „den bisherigen wissenschaftlichen Forschungsstand zur AFD zusammentragen und reflektieren“ sollen. Auch wenn einige Beiträge geringfügig aktualisiert wurden, sind doch gerade bei diesem Thema die Entwicklungen so rasant, dass man die Sammlung eher mit Skepsis betrachten muss. Die AFD hat noch nicht einmal ein gültiges Grundsatzprogramm und dann eine Analyse der „Programmatik, Entwicklung und politische Verortung“ vornehmen zu wollen, scheint doch nur in Ansätzen möglich zu sein.Der einführende Grundsatzbeitrag von Frank Decker „Die ‚Alternative für Deutschland’ aus der vergleichenden Sicht der Parteienforschung“ ist grundsolide, bringt aber kaum neue Erkenntnisse. Der Autor verortet die Partei ideologisch-politisch eindeutig rechts, obwohl er sowohl christlich-konservative als auch ordoliberale Ordnungsvorstellungen feststellt. Auch sieht er die Zeichen auf Radikalisierung und meint, die ‚Gewinnerformel’ der Rechtspopolisten sei die Kritik am Euro und der Europäischen Union. Im Gebot der innerparteilichen Demokratie sieht er „ein größeres Erfolgshemmnis für die AFD“. Eine weitere Fehleinschätzung stellt die Aussage dar, dass „sich die Aussichten der AFD – insbesondere im Westen der Republik – stark eingetrübt“ haben. Natürlich sind wir heute schlauer. Die Präsenz der AFD verschiebe „die Achse des Parteiensystems insgesamt nach rechts“ und erhöhe sowohl „die Polarisierung als auch die Segmentierung des Parteiensystems“ sind nur allgemeine und unverbindliche Aussagen.Diesem Einführungsartikel folgen zahlreiche Aufsätze, die sich mit Themen wie „Außenpolitische(n) Positionierungen“, „Familien- und geschlechterpolitische(n) Vorstellungen“, „AfD, PEGIDA und Muslimfeindlichkeit“, „Neurechte(n) Einflüsse(n)“ und einem „Landespolitischer Einblick“ beschäftigen. Im Einzelnen sind dabei durchaus informative Aspekte zu finden, aber mehrere Artikel sind ärgerlich, weil die Kritik an der AFD nur als Vehikel einer im schlechten Sinne ‚linksdogmatischen’ Kapitalismuskritik dient. Die Modetheoretiker der 60er, 70er und vielleicht noch 80er Jahre wie Antonio Gramsci, Nicos Poulantzas, Michel Foucault, Stuart Hall u. a. mögen ja ihre Berechtigung haben, aber ob sie wirklich zur Analyse des Rechtspopulismus taugen, scheint eher fraglich zu sein. Der Beitrag „Die Wahlerfolge der ‚Alternative für Deutschland’ im Kontext rassistischer Hegemoniebestrebungen“ von Jonas Fedders müht sich mit Begriffsgeschwurbel ab und versucht nachzuweisen, dass jegliche Form von Einwanderungspolitik einem fürchterlichen „rassistisch-neokolonialen Hegemonieprojekt“ – das nicht nur die AFD vertritt - zuzuordnen sind. Nur wer Migration als „von Menschen aufgrund ihrer individuellen Bedürfnisse oder Abhängigkeiten getroffene Entscheidung“, „die es aus humanistischen Gründen zu unterstützen oder schlicht zu akzeptieren“ gilt, sieht, vermag sich dem Pauschalvorwurf des Rassismus zu entziehen. Auch der Beitrag „PEGIDA: Islamfeindlichkeit aus der Mitte der Gesellschaft“ von Naime Cakir versucht, mit einem gewagten Konstrukt den generellen Vorwurf einer rassistischen Islamfeindschaft der Deutschen zu konstruieren. Durchweg bleibt ungeklärt, was an Kritik am Islam zulässig ist und was unter das Verdikt „Islamfeindschaft“ fällt.Die Ideologie der Rechtspopulisten mit einer genauso verquasten und schrägen Ideologie entgegnen zu wollen, scheint doch ein Holzweg zu sein.

  • Hannes
    2019-05-16 07:25

    Wenn das in Deutschland heutzutage Wissenschaft sein soll, dann gute Nacht. Analytisch schwach,(links-) ideologisch, durchzogen von gesinnungsmoralischen Urteilen. Der Erkenntniswert der Schriften geht gegen null; es werden bestenfalls Vorurteile wiedergekäut. Die inneren Widersprüche des radikal rechten Denkens zwischen freiem Markt und starken Wirtschaftsstaat bleiben auf der Oberfläche behandelt und mit - eher ideologisch als wissenschaftlich begründeter - Kritik am (welch' Überraschung) Neoliberalismus beschrieben. Warum wird überall in Zeiten der Globalisierung die Rechte stark? Warum läßt die Linke - die von der Bewältigung der Finanzkrise durch lockere Geldpolitik bis zu Zuwanderung und Lohndruck extrem neoliberales Gedankengut vertritt - der AfD den Raum (die Linkspartei leidet mehr unter der AfD als die CDU)? Fragen über Fragen, aber keine Analyse, nur selbstgerechte (langweilige) Bestätigung bekannter linker Positionen der 70er und 80er Jahre. Schade, dass ein guter Verlag diese Texte als "Wissenschaft" veröffentlicht.