Read Hexen, Satan, Inquisition: Die Erfindung des Hexen-Problems by Stephan Quensel Online

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Der zweite Band einer Geschichte professioneller Kontrolle untersucht das fr hneuzeitliche 16 17 Jahrhundert Hexen Problem als klerikal juristische Konstruktion In einer noch immer mental religi s gepr gten bergangszeit entsprach diese Hexen Problematik den ersten Schritten einer weltlichen, st dtisch wie fr habsolutistischen Ordnungspolitik, in der sich die Kultur einer entstehenden Elite von derjenigen des Volkes zu scheiden begann Eine Geschichte, die vom klerikalen Beginn im 14 Jahrhundert ber die beiden Formen der normal l ndlichen Hexerei sowie der inquisitorischen Massen Verfolgungen bis hin zu deren Ende im 18 Jahrhundert reicht....

Title : Hexen, Satan, Inquisition: Die Erfindung des Hexen-Problems
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ISBN : 3658151250
ISBN13 : 978-3658151256
Format Type : Other Book
Language : Deutsch
Publisher : Springer VS Auflage 1 Aufl 2017 24 Januar 2017
Number of Pages : 416 Seiten
File Size : 795 KB
Status : Available For Download
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Hexen, Satan, Inquisition: Die Erfindung des Hexen-Problems Reviews

  • S.A.W.
    2018-11-09 16:18

    Das Buch untersucht das frühneuzeitliche Hexen-Problem, eine klerikal-juristische Konstruktion. Die Hexen-Problematik entsprach in einer religiös geprägten Übergangszeit einer weltlichen, städtisch wie früh-absolutistischen Ordnungspolitik, in der sich die Kultur der entstehenden Elite von derjenigen des Volkes zu unterscheiden begann. Vom klerikalen Beginn im 14. Jahrhundert über die normale ländliche Hexerei reicht das Spektrum bis zu der inquisitorischen Massen-Verfolgung. Diese endete erst im 18. Jahrhundert.Hexerei galt als crimen plusquam exceptum, atrocissimum et occultissimum, das nur durch den Scheiterhaufen zu lösen war. Das Problem wurde erfunden und intentional vorangetrieben in einer Welt, die magisch dachte und von Hexenfurcht geprägt war. Es löste das Ketzerproblem ab, das an Virulenz verloren hatte. Zwischen 1450 und 1750 wurden in 100.000 Verfahren bis zu 60.000 Hexen und Hexer im Verhältnis 5:1 hingerichtet. Warum?Zauberei war seit den Germanen üblich, wurde von der Kirche aber als Aberglaube verdammt, bis im Hexenhammer 1486 eine Hexen-Sekte zur Verfolgung freigegeben wurde.Magie war im Volksglauben ein Mittel zur Lebensbewältigung, die gelehrten Magier versuchten, die Dämonen zu beschwören und zu beherrschen, um Macht zu erlangen. Die Kirche riet von jedem Kontakt zu den Dämonen ab.Der Malleus maleficarum des psychisch gestörten Dominikaners Heinrich Kramer hatte anfangs nur wenig Einfluss, wurde aber bald zum Handbuch der Verfolgung. Besonders im 30-jährigen Krieg trieb die Massenfurcht die Hexenkommissare an. Vor allem im deutschen Rheingebiet blühte die Verfolgung. Die Hexen von Salem 1692 zeigen in der Spätphase beispielhaft den sozialen Sündenbockprozess, dem in einem Jahr in einem kleinen Ort fast alle „Hexen“ der neuen Welt zum Opfer fielen.Die Hexenprozesse sollten Furcht und Schrecken verbreiten, um in Zeiten des cuius regio eius religio eine einheitliche Landeskirche zu schaffen und damit die jeweilige protestantische oder gegenreformatorische Bevölkerung zu disziplinieren. Mit dem Aufkommen der Aufklärung verschwand die magische Basis der Hexenfurcht.Das Buch richtet sich an Studierende, Lehrende und Forschende aus den Bereichen Soziologie, Geschichte, Politik, Kultur und Religion.Rüdiger Opelt, Autor von "Deutschland gewinnt den Krieg"