Read Bewegte Zeiten: Der Bildhauer Erasmus Grasser by Renate Eikelmann Online

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Schon Erasmus Grassers erster ffentlicher Auftrag von 1480 ist ein Paukenschlag Seitdem geben seine ber hmten Moriskent nzer dem Tanzsaal des Alten M nchner Rathauses ein expressiv individuelles Gepr ge Es folgt eine beispielhafte Karriere, die der Band lebendig und kenntnisreich nachzeichnet Neben Grassers K nstlerleben im Kontext seiner Zeit stehen Hauptwerke wie das Chorgest hl der Frauenkirche, das pr chtige Retabel der Wallfahrtskirche in Ramersdorf oder der St Peter Altar im Fokus, dessen Petrus Figur erstmals seit Jahrhunderten wieder mit den zugeh rigen Tafelgem lden Jan Polacks zusammengef hrt wird....

Title : Bewegte Zeiten: Der Bildhauer Erasmus Grasser
Author :
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ISBN : 3777430579
ISBN13 : 978-3777430577
Format Type : Hardback
Language : Deutsch
Publisher : Hirmer Auflage 1 1 April 2018
Number of Pages : 181 Pages
File Size : 778 KB
Status : Available For Download
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Bewegte Zeiten: Der Bildhauer Erasmus Grasser Reviews

  • Volker M.
    2018-12-01 09:23

    Zum ersten Mal widmet das Bayerische Nationalmuseum Erasmus Grasser eine Sonderschau, was schon einigermaßen überraschend ist, wenn man bedenkt, wie sehr im bayrischen (und ganz besonders dem münchnerischen) Bewusstsein dieser herausragende spätmittelalterliche Bildschnitzer verankert ist. Der Katalog beleuchtet neben den biografischen und kunsthistorischen Aspekten gerade auch die Wechselbeziehungen zwischen Grasser und Herzog Albrecht, dem Rat der Stadt, aber auch lokalen und überregionalen Auftraggebern.Nie zuvor konnte man nahezu alle Haupt- und zahlreiche Nebenwerke im direkten Vergleich sehen, allerdings zeigen sich bei dieser Gelegenheit auch die Schwierigkeiten bei der Zuschreibung, denn gerade für die kleineren Arbeiten ist die Quellenlage dürftig bis fehlend. Matthias Weniger hat sich an die Aufgabe gewagt, die abweichenden "Werkverzeichnisse" kritisch zu untersuchen und kommt zu einer, wenn auch meist nur apodiktisch begründeten eigenen Sicht. Wenn seine Wertungen nicht von so wenig Selbstzweifel getragen wären, würde ich an dieser Stelle nichts sagen, aber schon die schnitzerische Qualität einiger von ihm Grasser oder seiner Werkstatt zugeschriebener Werke ist so auffallend niedrig, dass man schon ins Grübeln kommt, welche Motivation hinter solchen Aussagen stecken mag. Andrea Teuscher hat in ihrem Beitrag zur möglichen Chronologie der Werke schon deutlich mehr Fragezeichen gesetzt.Ausgesprochen interessant sind die Beiträge zur gesellschaftlichen Situation Erasmus Grassers im Spätmittelalter. Das Spannungsfeld zwischen Auftraggeber und Handwerker (bzw. Patron und Klientel, um das Verhältnis besser zu charakterisieren), die Auftragsmotivation und Aufgabenverteilung sind Thema, aber auch die Schwierigkeiten, die sich daraus ergeben, dass die schriftliche Quellenlage unvollständig ist und oft auch falsch ausgelegt wurde. Vieles, was uns heute eindeutig erscheint, ist es keineswegs. Der Münchner "Tanzsaal", in dem die Moriskentänzer aufgestellt waren, war kein reiner Ort der Lustbarkeit, sondern eindeutig Repräsentationsfläche, und zwar konkurrierend von Rat und Herrscher.Sehr informativ sind auch die summarischen Kapitel zur Skulptur um 1500 in Bayern (es zeigt auch noch einmal, wie schwer begründbar Zuschreibungen aufgrund von kunsthistorischem "Bauchgefühl" sind), zur Kostümkunde (mit verblüffenden Erkenntnissen und eindrucksvollen Abbildungen) und der leider wenig belegten, wenn auch sicher nachweisbaren Tätigkeit Grassers als Baumeister oder zumindest Bausachverständiger in der Abtei Rorschach, der Pfarrkirche Schwaz und den Salinen in Reichenhall. Mit viel Raffinesse werden Erkenntnislücken durch Vergleichsfälle ergänzt und geben, trotz mancher verbleibender weißer Flecken, ein lebendiges Bild von Grasser in seiner Zeit.Der Katalogteil zeichnet sich durch exzellentes Bildmaterial und leicht zugängliche Beschreibungstexte aus, was im übrigen auch für die Einzelbeiträge gilt. Die Autoren verzichten weitgehend auf Fachvokabular und machen es auch dem Laien leicht, den Gedankengängen zu folgen."Bewegte Zeiten" ist nicht nur ein gelungenes Portrait eines quellentechnisch schwer fassbaren Meisters der spätmittelalterlichen Schnitzkunst, sondern zeigt auch ein vielschichtiges Panorama Münchens kurz vor dem großen Umbruch zur Neuzeit.

  • HEIDIZ
    2018-11-29 09:20

    Erasmus Grasser - schaut man im Internet nach, so erhält man folgende Infos:Grasser kam um 1472 nach Abschluss seiner Wanderjahre nach München. Die Zunft der Maler, Schnitzer, Seidennäher und Glaser wehrt sich gegen die Aufnahme. Um 1477 heiratet er Dorothea Kaltenprunner. Bereits 1480 wurde er Vorsteher der Malerzunft, welcher auch die Schnitzer angehörten.Neben seinem bildhauerischen Können bewies er auch technisches Geschick, er war Sachverständiger für Wasserbau der Stadt München und erhielt 1507 von Herzog Albrecht IV. den Auftrag zur Bauleitung bei der Sanierung der Alten Saline von Bad Reichenhall. Grasser starb 1518 als einer der reichsten Bürger der Stadt.Das mir vorliegende Buch - ein Bild-Text-Band - stellt den Bildhauer in den Jahren 1450 bis 1518 dar. Herausgegeben ist das Buch von Renate Eikelmann und Christoph Kürzeder für das Bayerische Nationalmuseum/Diözesanmuseum Freising.Das Buch ist so gegliedert, dass es mit dem Vorwort der Herausgeber beginnt und weiterführend verschiedene Aufsätze zu Grasser und seinem Wirken zu lesen sind. Es geht weiter mit der Biografie, die ihn als Baumeister beleuchtet und anschließend folgt der Katalog zur Ausstellung.Das Buch ist reich und hochwertig bebildert. Bilder und inhaltlich wertvolle und informative Texte passen perfekt zueinander und ergänzen sich prima. Die Texte gehen in die Tiefe ohne langatmig zu wirken, sondern sind vom Lesen flüssig zu lesen und extrem informativ und erhellend. Man kann das Buch als Einsteiger lesen oder auch gut als Wissender.Die großformativen Abbildungen der Holzschnitzereien sind einmalig gut gelungen, man meint, das Kunstwerk im Original vor sich zu haben. Man kann so viele Details daraus ersehen - ich schaue mir die Aufnahmen immer wieder gern an und erfreue mich daran.Das Buch ist rundherum gelungen, sowohl einfach zur Information und zum Betrachten, als auch in Vorbereitung oder im Nachgang eines Ausstellungsbesuchs.