Read Ein Deutsches Leben: Was uns die Geschichte von Goebbels Sekretärin für die Gegenwart lehrt by Thore D. Hansen Online

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Zeigt das Beispiel der 105 j hrigen Brunhilde Pomsel, ehemalige Sekret rin von Reichspropagandaminister Goebbels, dass wir vor einer neuen Epoche des Radikalismus stehen Warnt uns die Geschichte einer Frau aus dem Machtzentrum der Nazis vor der Wiederkehr autorit rer Regimes in Europa und den USA Oder sehen wir l ngst unaufhaltsam mit an, wie sich die Geschichte durch uns und unser Verhalten wiederholt Der Politikwissenschaftler Thore D Hansen verdeutlicht am Beispiel Brunhilde Pomsels, wohin Karrieredenken, unreflektiertes Pflichtbewusstsein und politisches Desinteresse f hren k nnen und formuliert daraus ein eindringliche Warnung vor einer Wiederholung opportunistischer und egoistischer Blindheit Dadurch wird die Relevanz von Brunhilde Pomsels Lebensgeschichte f r die aktuellen nationalistischen und faschistischen Tendenzen in unseren Gesellschaften deutlich und macht das Buch besonders wertvoll Brunhilde Pomsel diente einem der gr ten Verbrecher der Geschichte Von 1942 bis 1945 war sie Stenotypistin im Propagandaministerium von Joseph Goebbels In dem Dokumentarfilm Ein deutsches Leben , der im Herbst 2016 auf Filmfestivals in M nchen, Jerusalem und San Francisco Furore machte, gibt sie einen Einblick in die Banalit t des Schreckens Pomsel war eine unpolitische Mitl uferin, und das bestreitet sie auch nicht Ihr ging der Job vor, ihr Pflichtgef hl, das Bed rfnis dazuzugeh ren Erst nach Kriegsende sei ihr das ganze Ausma der Geschehnisse bewusst geworden Ihre Lebensgeschichte und ihre bestechende Ehrlichkeit konfrontieren uns mit der hochaktuellen Frage nach der pers nlichen Verantwortung f r das politische Zeitgeschehen und den Konsequenzen eines wiedererstarkten Nationalismus und Populismus Werden wir sp ter auch wie Brunhilde Pomsel sagen Wir wollten s ja auch nicht wissen...

Title : Ein Deutsches Leben: Was uns die Geschichte von Goebbels Sekretärin für die Gegenwart lehrt
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ISBN : 9783958900981
ISBN13 : 978-3958900981
Format Type : Kindle Edition
Language : Deutsch
Publisher : Europa Verlag Auflage 1 20 M rz 2017
Number of Pages : 497 Pages
File Size : 981 KB
Status : Available For Download
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Ein Deutsches Leben: Was uns die Geschichte von Goebbels Sekretärin für die Gegenwart lehrt Reviews

  • Amazon Kunde
    2018-11-13 15:54

    Der Bericht der Zeitzeugin hat mich wahnsinnig gefesselt. Besonders gut gefallen hat mir, dass ihre Erzählungen ehrlich wirken und sie auch unbequeme Wahrheiten über sich und ihr Handeln (fast) nicht verschwiegen hat. Insgesamt bekommt man einen guten Einblick, wie das Leben vor und während der NS-Zeit war. Der letzte Teil den Thore Hansen verfasst hat, hat mir allerdings nicht gut gefallen, da er meiner Meinung nach, in seinen Ausführungen, schon etwas stark vereinfacht und im Prinzip nur noch mal offensichtliche Dinge ausspricht. Abgesehen davon ist das Buch absolut zu empfehlen.

  • Elli Neuhaus
    2018-10-31 20:08

    Brunhilde Pomsel erzählt hier aus ihrem Leben und ihrer beruflichen Laufbahn. Man muß sich darüber im Klaren sein, daß ihre Jugend kein Internet, keine Auslands-Urlaubsreisen, kein eigenes Auto und oftmals auch kein Radio kannte - weit entfernt von der Selbständigkeit heutiger junger Menschen! Daß sie sich bemühte, durch berufliche Veränderungen - die im Übrigen nicht immer von ihr selbst gewollt waren - Ihr Gehalt zu steigern, ist nicht verwerflich. Zudem war sie nicht Goebbel's Sekretärin, sondern in einem Schreibpool seines Vorzimmers, hatte somit keinerlei Zugang zu brisanten Dokumenten. Ihr das zum Vorwurf zu machen, kann ich nicht nachvollziehen. Der Versuch des Journalisten, ihr eine Mitschuld der entsetzlichen Verbrechen dieser Zeit zuzuschreiben, geht eindeutig zu weit. Ein sehr interessantes Buch, das nachdenklich macht.

  • Vampir989
    2018-11-03 13:59

    In diesem Buch lernen wir Brunhilde Pomsel kennen.Sie war einst Sekretärin von Gobbels .in einem Interview berichtet Sie von Ihrem Leben und Ihrer Arbeit bei dem Nazi-Regime.Wir erfahren viel über Ihre Kindheit und Jugend.Sie erzählt uns,wie Sie in die Kreise der Nazi gelangt ist.Durch Ihren klaren und deutlichen Erzählstil ist man wie gebannt und lauscht Ihren Worten.Es hat mich schockiert zu lesen,das man ohne selbst es zu spüren immer tiefer in die Zwänge dieser Partei gelangen kann.Abhängig zu werden und die ganzen "Untaten"nicht zu sehen oder zu regiestrieren war für mich erschütternd zu erfahren..Sie selbst ist sich keiner Schuld bewusst und hat immer nur Ihre Arbeit gemacht.Mit kalten und harten Worten berichtet Sie uns von den Verbrechen und Grausamkeiten an den Juden.Immer wieder verdeutlicht Sie uns Ihre eigene Meinung.Als Leser wird man dadurch selbst zum Nachdenken angeregt und versucht die Frau zu verstehen und sich in Ihre Lage zu versetzen und alles nach zuvollziehen.Auch wir sind heute eigentlich abhängig vom System.Es ist schwer dagegen anzukämpfen.Und wenn man es tut ,hat das sehr große Konsequenzen für einen.Und so tun wir meist das Gleiche wie Frau Pomsel.Wir halten den den Mund und schweigen.Dieses Buch hat mich fasziniert und ich habe einen Einblick in das Nazi-Leben der Sekräterin Frau Pomsel bekommen.Es regt zum Nachdenken an und sollte unbedingt gelesen werden.Auch das Cover ist sehr fasinierend und es macht einen sofort nachdenklich.Es rundet das brilliante Werk ab.

  • Jaroschek
    2018-11-18 12:43

    Brunhilde Pomsel war eine der Sekretärinnen in Goebbels Propaganda-Ministerium. Im Alter von 103 Jahren berichtet sie, sprachlich etwas unbeholfen, aus dieser Vergangenheit. Es sind vermutlich ihre wörtlich protokollierten Aussagen. Sie erzählt nicht aus der Rückschau, sondern ist bestrebt, so zu berichten, wie sie es in ihren jungen Jahren erlebt hat. Sie war ein völlig unpolitischer Mensch, der sich seiner Jugend erfreute, am guten Verdienst interessiert war und in die Partei nur eintrat, weil man es ihr als nützlich schilderte. Frau Goebbels schildert sie sehr positiv, Goebbels erlebte sie als elegant, vornehm, aber zu den Untergebenen völlig unpersönlich und arrogant. Die nach dieser Zeit Geborenen neigen dazu, die vorangegangene Generation samt und sonders als wilde Nazis zu empfinden. Dass die Menschen damals nicht anders waren als wir heute, selbst wenn man in einem NS-Ministerium arbeitet, erscheint völlig unglaubwürdig. Aber so war und ist es: Die Mehrzahl dachte nur an das eigene Wohlergehen, dachte wenig politisch, verhielt sich häufig opportunistisch. Besonders wertvoll wird das Buch durch das 67 Seiten lange Schlusskapitel des Mitautors Thore Hansen. Er strafft die Aussagen der Pomsel und kommentiert sie. Wichtig zum Beurteilen der Vergangenheit ist der Hinweis, dass es damals für die Menschen wesentlich weniger Informationsmöglichkeiten gab als heute. Zu bedauern ist, dass sich auch heute wie damals kaum Anteilnahme am Schicksal Verfolgter zeigt. Das Desinteresse am politischen Geschehen ist heute genauso gering wie damals. Wir brauchen nur daran zu denken, mit wie wenig Engagement wir uns gegenüber Erdogans Demokratie-Abbau verhalten. Wir wissen heute aus der Vergangenheit, welche Gefahren drohen, verhalten uns aber genauso passiv wie die damaligen Bürger. Weniger als 1/5 der Jugendlichen zeigt sich an Politik interessiert. Hansen stellt fest: "Die gesamte politische Klasse in Europa-.einschließlich der Grünen und sogar eines Teil der Linken-hat im Grunde kapituliert." Wir erleben die immer größere Kluft zwischen den Superreichen und der Masse der übrigen Menschen, wir erleben, wie Großkonzerne, Banken und Superreiche über das Wohl und Wehe bestimmen, aber wir unternehmen nichts dagegen. Dabei erleben wir das Anwachsen radikaler Parteien als Folge der bestehenden Missstände. Die Biografie der Pomsel ist eine letzte Warnung einer Generation, die erlebt hat, was Ignoranz, Passivität, Desinteresse und Opportunismus in Deutschland und in der Welt angerichtet haben. Wir haben aus der Vergangenheit nichts gelernt und verhalten uns genauso unklug wie die Menschen damals. Denen fehlte allerdings das Wissen, das wir heute haben. Nur an einem Punkt muss Hansen widersprochen werden. Die Behauptung, mindestens 40% der Bevölkerung hätten damals vom Holocaust gewusst, ist mit Sicherheit falsch. Der Holocaust war top-secret. Natürlich wusste man, dass gemordet wurde. Dass aber planmäßig eine ganze Gruppe ausgelöscht werden sollte, erfuhren selbst die betroffenen Juden kaum oder erst sehr spät. Das belegen viele jüdische Biografien wie die von Klemperer, WillyCohn Fritz Stern und vielen anderen.

  • L.A. Schekman
    2018-11-18 15:53

    Vor allem die Vergleiche im zweiten Teil sehr gut und deutlich erklärt. Es ist wert diese Warnung weiter zu geben