Read Integriert doch erst mal uns!: Eine Streitschrift für den Osten (Politik & Zeitgeschichte) by Petra Köpping Online

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Warum sind das Misstrauen und die Distanz zu Demokratie und Politik in Ostdeutschland so gro Woher kommt all die Wut Das fragt die schsische Integrations und Gleichstellungsministerin Petra Kpping Integriert doch erst mal uns diesen Satz hat sie in Gesprchen mit Brgern und Anhngern von Pegida immer wieder vernommen Kpping fordert mit Nachdruck eine gesamtdeutsche Aufarbeitung der Nachwendezeit In den unbewltigten Demtigungen, Krnkungen und Ungerechtigkeiten, in den Lebensbrchen und Entwurzelungen der 1990er Jahre sieht sie eine wesentliche Ursache des heutigen Dilemmas Ausfhrlich geht sie auf viele Probleme ein, die in der damaligen Zeit ausgeblendet oder bewusst verdrngt wurden von der verfehlten Treuhand Politik ber den Elitenaustausch, die Abwertung von Berufsabschlssen und den Verlust von Betriebsrenten bis hin zum Generalverdacht politischer Rckstndigkeit, weil man in der DDR und damit in einer Diktatur gelebt habe Entstanden ist eine Streitschrift, in der sie fr einen neuen Blick auf die Situation in Ostdeutschland wirbt und konkrete Vorschlge zur Verbesserung des Verhltnisses von Ost und West unterbreitet....

Title : Integriert doch erst mal uns!: Eine Streitschrift für den Osten (Politik & Zeitgeschichte)
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ISBN : B07H3RWB4F
ISBN13 : -
Format Type : Kindle Edition
Language : Deutsch
Publisher : Ch Links Verlag Auflage 1., Auflage 2018 5 September 2018
Number of Pages : 580 Pages
File Size : 573 KB
Status : Available For Download
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Integriert doch erst mal uns!: Eine Streitschrift für den Osten (Politik & Zeitgeschichte) Reviews

  • Michael Sander
    2018-11-09 07:46

    Petra Köpping legt hier eine kleine Streitschrift vor, in der sie sich zur "Anwältin" der Ostdeutschen macht und vieles anspricht, was im Vereinigungsprozess noch nicht aufgearbeitet wurde. Darin sieht sie einen bedeutenden Erklärungsbaustein für aktuelle Entwicklungen in Ostdeutschland, die bisweilen etwas Sorge bereiten.Sie spricht im Buch über viele als ungerecht empfundene Prozesse, von den Privatisierungen der Treuhand über Probleme bei der Anrechnung von Rentenansprüchen bishin zur weitgehend passiven Einstellung vieler Westdeutscher gegenüber ostdeutschen Entwicklungen. Dies macht das Buch als Debattenbeitrag sehr wertvoll, andererseits bleiben für mich auch zu viele Aspekte unbeleuchtet, so hat man den Eindruck, der Vereinigungsprozess fand im luftleeren Raum statt. Er hat keine Vorgeschichte (DDR) und kein Hintergrundrauschen (Globalisierung). Wenn man sich in Europa und der Welt umschaut, sind aktuelle Entwicklungen in Ostdeutschland (Rechtspopulismus, Entwurzelung, Ablehnung des Fremden) so spezifisch nun auch wieder nicht, man kann sie in allen Transformationsgesellschaften des ehemaligen Ostblocks ebenso beobachten wie in Ländern, die ihren industriellen Kern verloren haben (USA, Frankreich usw.).Petra Köpping fordert, dass Ost und West einander zuhören müssen und meint damit vor allem, dass die Geschichte des Ostens im Westens gehört werden müsse. Damit ist sie ein bisschen die einsame Ruferin in der Wüste, denn das wird mit Sicherheit nicht passieren, so stoßen Erzählungen aus dem Osten im Westen außerhalb des Kreises von Berufsneugierigen (Journalisten, Sozialwissenschaftler etc.) meist auf freundlich-interessiertes Desinteresse - man könnte mithin auch über den Kosovo erzählen mit derselben Reaktion. Nein, die Brüche des Ostens müssen auch im Osten von den Ostdeutschen gekittet werden, nur so können sie sich versöhnen.Zuletzt hat die sprachliche Form des Buches leider einige Schwächen, es gibt viele Wiederholungen und eine irgendwie nicht so stringente Gliederung. Es ist ein Debattenbeitrag, ja, aber es liest sich mitunter mehr wie ein Redemanuskript als wie ein gedrucktes Buch. Da gibt es sicher viele, die zwar in gesprochener Form weniger überzeugend und wortgewaltig auftreten können, denen andererseits das niedergeschriebene Wort mehr liegt.

  • Perlu Sabar
    2018-11-20 14:49

    Zur Zeit werden wieder einmal viele hitzige Meinungen verbreitet in Deutschland. Die ostdeutschen Bundesländer stehen dabei wie so oft im Brennpunkt. Leider verweigern sich viele Menschen einer sachlichen Diskussion, schreiben, sagen oder schreien ihre Meinung in die Welt, ohne selbst zu lesen oder zuzuhören und somit ohne zu wissen wovon sie sprechen!!! Andere versuchen zu diskutieren und reden dabei aneinander vorbei. Genau hier setzt das wichtige Buch von Petra Köpping ein und sie liefert genau das, was gebraucht wird: Einen fachlich kompetenten, von Lebenserfahrung gesättigten Debattenbeitrag der zum konstruktiven Streit einlädt und vorbereitet!

  • cbm
    2018-11-11 10:56

    Martin Becker verreißt das Buch mit drei Sätzen, mit denen die Probleme gescheiterter Integration auf die ostdeutsche Entwicklung vor der Wiedervereinigung verlagert werden.Das ist zu kurz gesprungen.Ganz sicher greift auch der Titel des Buches zu kurz, geht es doch nicht nur um ein passives integriert Werden, wie es der Titel suggeriert, nur ein "Lasst uns uns doch erst mal integrieren" wäre als Titel zu sperrig, nicht griffig genug. Zudem macht Köpping deutlich, dass diese geforderte Integration eine gesamtdeutsche Aufgabe ist. Der Titel des Buches ist lediglich provokatives Zitat aus den Suaden eingefleischter Pegidaisten.Ganz sicher waren die Verhältnisse mit ursächlich für die Entwicklung nach 1990. Was im Zuge der Wiedervereinigung stattfand war jedoch für den heutigen Zustand der ostdeutschen politischen Landschaft und der wirtschaftlichen Position der neuen Bundesländer ebenso entscheidend. Die versprochenen blühenden Landschaften blieben aus, Resultat einer verfehlten Treuhandpolitik. Über Jahrzehnte bedeutete dies eine doppelt so hohe Arbeitslosigkeit in den neuen Bundesländern. Berücksichtigt man die Vielzahl der Pendler und den Bevölkerungsexodus der jungen arbeitsfähigen Bevölkerung, die ihren Wohnsitz in die alten Bundesländer verlagerte, ist die Größe dieser Fehlentwicklung noch viel mehr zu ermessen.Massenhaft wurden Personen, die aufgrund ihres Könnens leitende Positionen in Industrie, Verwaltung, Lehre, Forschung innehatten unter Generalverdacht gestellt und wegen "Systemnähe" aus ihren Positionen, Ämtern Arbeitsbereichen entfernt, häufig ersetzt durch Aufbauhelfer aus den alten Bundesländern, die nicht nur, aber häufig genug nur 2. Wahl gewesen sind, in den gefestigten Strukturen der Bundesrepublik kaum Aufstiegs- und Beförderungschancen gehabt hätten.Die Delegitimierung ostdeutscher Eliten, die Behandlung ostdeutscher Berufs- und Studienabschlüsse als zweitklassig trotz formaler Anerkennung im Einigungsvertrag führten dazu, dass in verantwortlichen Positionen Ostdeutsche deutlich unterrepräsentiert sind. Das Problem wird sich lösen. In den nächsten fünfzehn Jahren wird die Mehrzahl dieser Verantwortungsträger, die in den 90er Jahren mit ihrer Tätigkeit begannen altersbedingt ausscheiden und zunehmend ausgetauscht werden von Personen, die eine nur gesamtdeutsche Vita haben.Ostdeutsche haben in einer Isolation mit diktatorischen Gesellschaftsstrukturen gelebt. Eine pluralistische Gesellschaft gab es da seit der Weimarer Republik nicht mehr. Die Aufgabe, sie in eine Mitmachdemokratie zu integrieren wurde verschlafen. Die Mitgliedszahlen der Parteien belegen deutlich, dass weniger mitgemacht, mehr zugeschaut und lieber protestiert wird, sowohl demonstrativ mit Pegida als auch durch das Wahlverhalten.Die neuen Bundesländer sind kein Protektorat der alten. Verfehlte Integrationspolitik hat jedoch bei vielen Ostdeutschen den Eindruck entstehen lassen und manifestiert, dass man sich unter den Schutzschirm der Bundesrepublik begeben hat und seitdem nicht mehr so viel zu sagen hat. Die allgegenwärtige gesellschaftliche Aktivität - häufig nur aufgesetzt - in den "Parteien und Massenorganisationen", die schon im Schulalter intensiv betrieben wurde (Pionierorganisation, FDJ, Kulturbund, GST...) ist abgelöst von einer weitgehenden Abstinenz von gesellschaftlichen Aktivitäten.Nun wird aktuell diskutiert, dass es in den Schulen in den neuen Bundesländern Versäumnisse gegeben habe bei der politischen Bildung der Schüler und dies Ursache sei für fremdenfeindliche, antisemitische antidemokratische Haltungen bei jungen Menschen. Dabei wurde der Lehrerschaft ausdrücklich verordnet, sich bei der politischen Bildung zurückzuhalten, bekannt als "Überwältigungsverbot". War das vielleicht, weil man Lehrern mit ostdeutscher Vita nicht über den Weg traute und lieber keine Werte vermittelte, als die falschen? Gelungen ist das ja wohl nicht. Vielfach ist das Vakuum besetzt worden von denen, die gerade diese falschen undemokratischen Werte vermittelten.Alles Probleme einer misslungenen Integration, die mit Petra Köpping eine Stimme bekommen haben. Das Buch verstanden als Beitrag zu einer wichtigen Diskussion kann, egal ob man jedem Argument folgen mag oder etwas anders sieht nur befürwortet werden.

  • Dietlind Grune
    2018-11-22 14:48

    Habe keine Verwendung - falsch eingegeben auf den Computer

  • Martin Becker
    2018-11-16 14:09

    ... und das möchte Petra Köpping gern vergessen machen. Vieles jedoch, was in den Nachwendejahren geschehen ist, hat seine Ursache in der ehemaligen DDR. Wer sich daran nicht mehr erinnert, dem sei Rainer Schneiders Romanreihe "Lebenswege" sehr empfohlen.